Las Vegas – 01.09.2026: Fast 30 Jahre nach dem Tod des Rappers Tupac Shakur hat ein Geschworenengericht im US-Bundesstaat Nevada Duane "Keffe D" Davis des Mordes schuldig gesprochen. Die Jury befand den 63-Jährigen am 31. August wegen Mordes ersten Grades unter Einsatz einer Waffe für schuldig. Damit endet der Strafprozess zu einem der bekanntesten lange ungeklärten Tötungsdelikte der US-Musikgeschichte mit einer Verurteilung.
Shakur war am 7. September 1996 in Las Vegas aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug angeschossen worden. Sechs Tage später starb er im Alter von 25 Jahren an seinen Verletzungen. Der Rapper gehörte damals zu den einflussreichsten Stimmen des amerikanischen Hip-Hop. Sein Tod wurde über Jahrzehnte von Spekulationen begleitet, ohne dass es zu einem Prozess kam.
Davis war der einzige Angeklagte in dem Verfahren. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, den Angriff organisiert zu haben. Nach ihrer Darstellung ging der Tat eine Auseinandersetzung in einem Kasino in Las Vegas voraus. Dort sollen Shakur und Begleiter des Musiklabels Death Row Records einen Neffen von Davis angegriffen haben. Die Anklage wertete die späteren Schüsse als Vergeltungsakt.
Eine zentrale Rolle spielten frühere Äußerungen des Angeklagten. Den Geschworenen wurden Aufnahmen aus Gesprächen mit Ermittlern und Interviews sowie Passagen aus Davis' 2019 erschienener Autobiografie vorgelegt. Die Verteidigung bestritt die Belastbarkeit dieser Aussagen. Sie verwies unter anderem auf den großen zeitlichen Abstand zwischen der Tat, den Äußerungen und dem Prozess. Die Jury folgte dennoch der Darstellung der Staatsanwaltschaft.
Der Schuldspruch schließt ein Verfahren ab, das erst Jahrzehnte nach der Tat vor Gericht gelangte. Davis war 2023 festgenommen und angeklagt worden. Dass er nach Auffassung der Anklage nicht selbst geschossen hatte, stand einer Verurteilung nicht entgegen: Entscheidend war der Vorwurf, er habe den tödlichen Angriff geplant und ermöglicht.
Nach der Urteilsverkündung ordnete Richterin Carli Kierny an, dass Davis bis zur Festsetzung des Strafmaßes in Haft bleibt. Die Verkündung ist für den 13. Oktober 2026 angesetzt. Ihm droht eine lebenslange Freiheitsstrafe. Die Staatsanwaltschaft verzichtete nach dem Schuldspruch auf die gesonderte Verfolgung eines strafverschärfenden Merkmals wegen Bandenbezugs.
Davis kündigte im Gerichtssaal an, gegen die Entscheidung vorgehen zu wollen. Die Richterin erklärte ihm, ein Rechtsmittel könne erst nach der Strafzumessung eingelegt werden. Bis dahin bleibt der Schuldspruch die erste Verurteilung im Zusammenhang mit Shakurs Tod seit September 1996.
Quellen
- Associated Press
- Franceinfo
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