Paris – 01.09.2026: Nach dem heißen und trockenen Sommer zeichnen sich in Frankreich spürbare Einbußen bei mehreren landwirtschaftlichen Erzeugnissen ab. Dominique Schelcher, Vorstandsvorsitzender des Handelsverbunds Coopérative U, berichtete am Dienstag auf France Inter von kleineren Früchten und Gemüse sowie sinkenden Erträgen. Bei abgepackten Salaten liege das Minus nach seinen Angaben bei 30 Prozent.
In den kommenden Monaten dürften deshalb häufiger kleinere Früchte, unregelmäßig geformtes Gemüse und Ware mit sichtbaren Schönheitsfehlern in den Regalen liegen. Schelcher appellierte an die Kunden, solche Erzeugnisse dennoch zu kaufen. Auf diese Weise könne ein größerer Teil der Ernte verkauft werden, der bei strengen Vorgaben zu Größe und Aussehen sonst aussortiert würde. Für die landwirtschaftlichen Betriebe ist das von wirtschaftlicher Bedeutung: Mindererträge treffen sie bei vielen Kulturen zugleich mit höheren Kosten und einer geringeren vermarktbaren Menge.
Der staatliche Agrarstatistikdienst Agreste meldet erhebliche Folgen der Hitze und Trockenheit. Am 20. August lag der Aufwuchs der Dauerwiesen landesweit 36 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 1989 bis 2018. Die ausgetrockneten Böden bremsten die Erholung der Grasbestände. Für Tierhalter verschlechtert sich damit die Futterlage; je nach Betrieb kann zusätzliches Futter nötig werden.
Bei Obst fallen die Folgen unterschiedlich aus. Für Pfirsiche erwartet Agreste 2026 eine Ernte von rund 217.000 Tonnen und damit annähernd die Menge des Vorjahres. Die Hitze bis Juli verringerte vor allem die Größe der Früchte. Dass die Gesamtproduktion weniger stark betroffen ist, führt die Behörde unter anderem auf die Bewässerung vieler Anlagen zurück. Bei Äpfeln hatte Agreste im Juli dagegen einen möglichen Rückgang der Produktion um fünf Prozent gegenüber 2025 prognostiziert.
Deutlich größer könnten die Verluste bei wichtigen Feldkulturen ausfallen. Die französische Maisernte dürfte nach der aktuellen Agreste-Schätzung gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent auf neun Millionen Tonnen sinken. Als Ursachen nennt der Statistikdienst eine kleinere Anbaufläche und schwache Durchschnittserträge infolge von Trockenheit und hohen Temperaturen. Bereits im Juli hatte die Behörde auch geringere Ernten bei Weichweizen und Gerste erwartet.
Coopérative U reagiert nach Angaben Schelchers mit gelockerten Vorgaben für Größe und äußeres Erscheinungsbild von frischem Obst und Gemüse. Außerdem habe der Handelsverbund seine Einkaufspreise angepasst und die Zahlungsfrist für Partnerbetriebe von 30 auf 15 Tage verkürzt. Verbraucher müssen sich damit zunächst vor allem auf ein weniger einheitliches Warenbild einstellen. Zugleich strebt Coopérative U nach eigenen Angaben stabile Verkaufspreise an.
Quellen
- Franceinfo
- France Inter
- Agreste – Statistikdienst des französischen Landwirtschaftsministeriums
- Coopérative U
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).