Kultur

Eric Serra über seinen Sonderweg bei James Bond

Für "GoldenEye" brach Eric Serra mit dem vertrauten Bond-Klang. Im Gespräch mit Franceinfo erinnert sich der französische Komponist an die Freiheit, die ihm dabei gewährt wurde - und kündigt seine Frankreich-Tournee im November an.

Paris – 17.08.2026: Als Eric Serra 1995 die Musik zu "GoldenEye" schrieb, betrat er ein von Traditionen geprägtes Terrain. Dennoch habe man ihm bei James Bond geradezu den roten Teppich ausgerollt, erinnert sich der französische Komponist in der Franceinfo-Sendung "Le Monde d'Elodie". Der Vertrauensvorschuss war bemerkenswert: Serra sollte die berühmteste britische Agentenfigur musikalisch erneuern, ohne sich dem über Jahrzehnte etablierten Klangbild unterzuordnen.

"GoldenEye", der erste Bond-Film mit Pierce Brosnan, führte die Reihe nach mehrjähriger Pause in die neunziger Jahre. Serra begleitete diesen Neustart mit einer kühlen, elektronischen und stark rhythmisierten Partitur. Statt den vertrauten Orchesterklang lediglich zu variieren, setzte er auf Synthesizer, tiefe Bässe und metallische Texturen. Das Ergebnis polarisierte. Bis heute gilt die Filmmusik als eine der umstrittensten, zugleich aber eigenständigsten Arbeiten der Bond-Reihe.

Serra war zu diesem Zeitpunkt bereits eng mit dem Regisseur Luc Besson verbunden. Für Filme wie "Subway", "Im Rausch der Tiefe", "Nikita" und "Léon – Der Profi" hatte er eine musikalische Sprache entwickelt, in der Atmosphäre und Rhythmus ebenso wichtig sind wie eingängige Themen. Seine Erfahrung als Bassist und Multiinstrumentalist prägt diese Handschrift: Die Kompositionen erzeugen Räume, treiben Szenen körperlich voran und setzen gezielt auf Reibung.

Die Franceinfo-Sendung widmet sich auch "Das fünfte Element", für das Serra 1997 erneut mit Besson zusammenarbeitete. In der grell entworfenen Zukunftswelt des Films verbindet seine Musik Oper, elektronische Klänge, Pop und dramatische Orchesterpassagen. Während "GoldenEye" von der Spannung zwischen Serientradition und Erneuerung lebt, konnte Serra bei Besson eine über Jahre gewachsene gemeinsame Ästhetik fortführen.

Aktueller Anlass des Gesprächs ist Serras im Januar veröffentlichtes Album "Space Projekt U.M.O.". Das eigenständige Werk führt seine Vorliebe für kosmische Klangräume, elektronische Texturen und prägnante Rhythmen außerhalb des Kinos weiter. Die filmische Wirkung seiner Musik bleibt dabei erhalten, auch wenn sie nun nicht mehr an Bilder und Erzähltempo einer Produktion gebunden ist.

Vom 13. November 2026 an will Serra mit "Eric Serra Live – 45 ans de création" durch Frankreich touren. Laut Ankündigung umfasst das Programm Musik aus 45 Schaffensjahren, darunter Stücke aus "GoldenEye" und "Das fünfte Element". Den Abschluss der Konzertreihe bildet am 6. Dezember 2026 ein Auftritt in der Pariser Accor Arena.

Quellen

  • Franceinfo
  • Eric Serra Live
  • Universal Music France

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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