Kultur

Festung Largoët: Rundturm nach 40 Jahren wieder zugänglich

Die bretonische Festung Largoët bei Elven öffnet erstmals seit rund vier Jahrzehnten wieder ihren Rundturm. Das Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert ergänzt den Rundgang durch eine der markantesten mittelalterlichen Anlagen im Morbihan.

Elven – 31.07.2026: In der Festung Largoët im bretonischen Département Morbihan ist der Rundturm erstmals seit rund vier Jahrzehnten wieder für Besucher zugänglich. Das Bauwerk war bereits vor einigen Monaten geöffnet worden und bildet nun einen neuen Teil des Rundgangs durch die mittelalterliche Anlage. Die auch als Türme von Elven bekannte Burg liegt in einem Waldgebiet rund 15 Kilometer von Vannes entfernt.

Der Rundturm stammt nach Angaben der Festung aus dem 15. Jahrhundert und wird dem bretonischen Adligen Jean Raguennel zugeschrieben. Seine Öffnung erlaubt einen genaueren Blick auf die Entwicklung der Verteidigungsarchitektur am Ende des Mittelalters. In der Anlage trifft er auf einen ungleich mächtigeren Bau: den achteckigen Bergfried, der Ende des 14. Jahrhunderts für Jean II. de Châteaugiron-Malestroit errichtet wurde. Mit 52 Metern zählt er laut Betreiber zu den höchsten mittelalterlichen Bergfrieden Frankreichs.

Largoët war einst der Hauptsitz der gleichnamigen Grafschaft. Seine Geschichte ist eng mit den bretonischen Adelsfamilien Derrien, Malestroit und Châteaugiron-Malestroit verbunden. Im 15. Jahrhundert soll Henry Tudor, der spätere englische König Heinrich VII., während seines Exils dort untergebracht worden sein. Jean IV. de Rieux, Berater des bretonischen Herzogs Franz II., war zudem Vormund Anne de Bretagnes, die später zweimal Königin von Frankreich wurde.

Im Jahr 1487 wurde die Festung nach einer Niederlage bretonischer Truppen gegen Frankreich in Brand gesetzt. Hintergrund war die Unterstützung des Marschalls von Rieux für Anne de Bretagne. Später wechselte das Anwesen mehrfach den Besitzer; 1656 gelangte es an Nicolas Fouquet, den Finanzminister Ludwigs XIV. Seit 1862 steht die Burganlage als historisches Denkmal unter Schutz. Während des Zweiten Weltkriegs nutzte der französische Widerstand sie nach Angaben des Betreibers als Beobachtungspunkt für Fallschirmabwürfe.

Vom 6. Juli bis zum 31. August 2026 ist die Festung täglich geöffnet. Der reguläre Eintritt kostet neun Euro, der ermäßigte sechs Euro. Vom Parkplatz führt ein etwa 800 Meter langer Waldweg zur Burg. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist vor allem der Innenhof erreichbar; eine Zufahrt mit dem Auto kann an der Kasse angefragt werden.

Führungen werden zwischen dem 12. Juli und dem 16. August jeweils freitags und sonntags um 16 Uhr angeboten. Mit dem wieder geöffneten Rundturm erschließt sich Besuchern nun ein weiterer Teil des Ensembles, der 40 Jahre lang verschlossen geblieben war.

Quellen

  • Franceinfo
  • Forteresse de Largoët
  • Golfe du Morbihan Vannes Tourisme

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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