Paris – 13.08.2026: Neun Gewerkschaften der französischen Feuerwehr– und Rettungsdienste haben für diesen Donnerstag zum Streik aufgerufen. Sie fordern zusätzliche Einsatzkräfte, eine verlässlichere Finanzierung und bessere Ausrüstung für die Services départementaux d'incendie et de secours, kurz SDIS. Die Mobilisierung fällt in die Waldbrandsaison, in der die Feuerwehren vielerorts besonders stark beansprucht werden.
Oberst Jérôme Boulanger erklärte nach Angaben von Franceinfo, ein Gesetzentwurf zur Modernisierung des französischen Zivilschutzes werde derzeit ausgearbeitet. Die Arbeiten liefen bereits seit 2024, hätten bislang jedoch nicht zu einer parlamentarischen Vorlage geführt. Die von Feuerwehrverbänden seit Langem erwartete Reform bleibt damit vorerst ein Vorhaben der Regierung, dessen genauer Inhalt noch nicht öffentlich vorliegt.
Die Erwartungen der Beschäftigten reichen über kurzfristige Hilfen hinaus. Zur Debatte stehen eine neue Finanzierung der SDIS, die Anpassung ihrer Aufgaben an wachsende Risiken sowie bessere Bedingungen für Berufs- und freiwillige Feuerwehrleute. Eine Antwort der Regierung auf eine Anfrage aus der Nationalversammlung hatte bereits einen Gesetzentwurf im Laufe des Jahres 2026 in Aussicht gestellt. Auch im Senat wurde die ausstehende Reform im Frühjahr erneut angesprochen.
Die SDIS übernehmen den größten Teil der operativen Feuerwehr- und Rettungsarbeit außerhalb von Paris und Marseille, wo andere Organisationsstrukturen gelten. Finanziert werden sie überwiegend von den Départements und Kommunen. Der Staat trägt unter anderem Verantwortung für nationale Einheiten des Zivilschutzes und die Löschflugzeugflotte. Nach Angaben der Nationalversammlung beliefen sich die Ausgaben der SDIS 2024 auf 6,2 Milliarden Euro.
Der Finanzierungsstreit ist eng mit der Ausweitung der Aufgaben verbunden. Die Einsatzkräfte bekämpfen Brände, leisten technische Hilfe bei Unwettern und übernehmen einen beträchtlichen Teil der medizinischen Notfallrettung. Die unter dem Titel Beauvau de la Sécurité civile geführten Beratungen benannten deshalb eine stärkere Vorsorge, klarere Zuständigkeiten und langfristige Investitionen als wichtige Reformfelder.
Im April stellte die Regierung zudem einen Aktionsplan für freiwillige Feuerwehrleute für die Jahre 2026 bis 2028 vor. Er soll die Gewinnung neuer Kräfte erleichtern, Arbeitgeber stärker einbeziehen und mehr junge Menschen für den Dienst gewinnen. Aus Sicht der Gewerkschaften ersetzt dies jedoch keine Entscheidungen über feste Stellen, Arbeitsbedingungen und die dauerhafte Finanzierung der SDIS.
Der Streik erhöht den Druck auf die Regierung, die seit zwei Jahren laufenden Beratungen in ein Gesetz zu überführen. Am 13. August lag noch keine offizielle parlamentarische Vorlage für die angekündigte Modernisierung des Zivilschutzes vor.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Innenministerium – Zivilschutz
- Nationalversammlung
- Senat
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).