Wirtschaft

Frankreich bereitet Nothilfe für dürregeschädigte Bauern vor

Nach Hitze, Trockenheit und Bränden will Landwirtschaftsministerin Annie Genevard ein Hilfspaket vorlegen. Verbände beziffern die Schäden auf Milliardenhöhe, viele Betriebe leiden unter akuten Liquiditätsproblemen.

Paris – 04.09.2026: Frankreichs Landwirtschaftsministerin Annie Genevard will an diesem Freitag ein Notfallprogramm für Betriebe vorstellen, die von Hitze, Dürre und Waldbränden im Sommer 2026 getroffen wurden. Die Präsentation war zunächst für den 3. September vorgesehen, wurde aber kurzfristig verschoben. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums soll sie nun am Vormittag stattfinden.

Der Aufschub folgte auf zusätzliche Abstimmungen innerhalb der Regierung. Das Büro von Premierminister Sébastien Lecornu hatte nach höheren Schadensmeldungen aus mehreren Regionen weitere Beratungen zwischen den beteiligten Ministerien verlangt. Damit soll verhindert werden, dass die Hilfen auf einer inzwischen überholten Schätzung beruhen. Wie viel Geld der Staat bereitstellen will, war vor der Präsentation noch nicht amtlich bekannt.

Die Nationale Föderation der landwirtschaftlichen Berufsverbände, FNSEA, veranschlagt die Verluste auf mehr als zehn Milliarden Euro. Dabei handelt es sich um eine Berechnung des Verbandes, nicht um eine offizielle Bilanz. Besonders schwer trifft die Krise Viehhalter, deren Weiden und Futterflächen vielerorts kaum Ertrag brachten. Für Kartoffeln und Zuckerrüben lagen Anfang September noch keine abgeschlossenen Ernteergebnisse vor.

Das Landwirtschaftsministerium hatte bereits Ende August in mehreren Landesteilen Ertragseinbußen von mehr als 50 Prozent gemeldet. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums könnte die Maisproduktion gegenüber 2025 um mindestens 35 Prozent sinken. Obst- und Gemüseerzeuger berichten ebenfalls von erheblichen Ausfällen. In der Tierhaltung drohen längerfristige Folgen, weil anhaltender Hitzestress die Fruchtbarkeit der Tiere beeinträchtigen kann.

Als kurzfristige Instrumente gelten Entschädigungen aus der nationalen Solidaritätsregelung für außergewöhnliche klimabedingte Verluste, steuerliche Erleichterungen bei unbebauten Flächen sowie Zuschüsse für Futter, Saatgut und Jungpflanzen. Regionalpräfekten könnten bei der Verteilung einzelner Mittel eine wichtige Rolle übernehmen. Die Hilfen sollen akute Liquiditätsengpässe lindern und den Betrieben ermöglichen, ihre Produktion fortzusetzen.

Den Bauernverbänden genügt das nicht. Die Confédération Paysanne verlangt direkte Hilfen von 5.000 Euro je betroffener Person, insgesamt rund zwei Milliarden Euro. Vertreter der Viehhaltung fordern etwa 300 Euro je Großvieheinheit, Getreideerzeuger 450 Euro je Hektar. Die Regierung muss diese Forderungen mit den Grenzen des Staatshaushalts abgleichen.

Die Krise trifft eine Branche, die bereits vor dem Sommer unter hohen Betriebsmittelkosten, schwachen Einkommen und einem schwierigen Generationenwechsel litt. Wie groß der Finanzbedarf tatsächlich ist, lässt sich erst nach Abschluss weiterer Ernten beziffern. Bis dahin bilden die Schadensmeldungen der Präfekturen und die noch vorläufigen Produktionsschätzungen die Grundlage für das Hilfspaket.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Ernährungssouveränität
  • Le Monde
  • Agra Fil

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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