Politik & Gesellschaft

Frankreich führt landesweiten Wettbewerb für Neuntklässler ein

Im Schuljahr 2026/27 startet Frankreich den Concours général des collèges. Jugendliche der Abschlussklasse können in fünf Fachgebieten antreten, sofern ihre Schule teilnimmt.

Paris – 26.08.2026: Frankreich erweitert seinen traditionsreichen Schülerwettbewerb Concours général: Vom Schuljahr 2026/27 an können erstmals Jugendliche aus der Troisième, der Abschlussklasse des Collège, an einem eigenen landesweiten Wettbewerb teilnehmen. Das Bildungsministerium stellte den Concours général des collèges zum bevorstehenden Schulbeginn heraus. Ausgezeichnet werden sollen besondere Leistungen in unterschiedlichen Begabungsfeldern.

Die Teilnahme bleibt freiwillig und hängt davon ab, ob das jeweilige Collège den Wettbewerb anbietet. Die Anmeldung läuft über die Lehrkräfte, unter Einbeziehung der Jugendlichen und ihrer Familien. Jeder Kandidat darf in genau einem von fünf Fachgebieten antreten: Mathematik und Naturwissenschaften, Französisch und Allgemeinbildung, Geschichte und Geografie, bildende Kunst sowie Informatik, Technologie und Digitales.

Die Aufgaben orientieren sich nach Angaben des Ministeriums an den verbindlichen Lehrplänen, sollen aber über die Anforderungen des gewöhnlichen Unterrichts hinausgehen. In Mathematik und Naturwissenschaften ist ein Problem zu lösen. Für Französisch und Allgemeinbildung wird ein längerer Text erwartet, der verschiedene kulturelle Bezüge verarbeitet. Die Informatikprüfung soll unter anderem algorithmisches Denken und Programmierkenntnisse erfassen. Neben klassischen Schulfächern berücksichtigt das Verfahren damit auch künstlerische und technische Fähigkeiten.

Die Schulen sollen ihre Teilnehmer im November 2026 anmelden. Die landesweit einheitlichen schriftlichen Prüfungen sind für Februar 2027 in allen Bildungsakademien vorgesehen. Im Frühjahr sollen die Ergebnisse veröffentlicht und die Preisträger auf Ebene der Akademien geehrt werden. Der Wettbewerb findet damit außerhalb der Prüfungen zum Diplôme national du brevet statt, dem Abschlusszeugnis am Ende der Troisième.

Für die Anmeldung gelten feste Vorgaben. In jedem Fachgebiet sollen gleich viele Mädchen wie Jungen antreten. Zugleich darf ein Collège höchstens zehn Prozent seiner Jugendlichen aus der Troisième nominieren. Das Ministerium will den Wettbewerb ausdrücklich auch für Schulen in ländlichen Regionen und sozial benachteiligten Stadtvierteln öffnen. Weil die Teilnahme der Einrichtungen freiwillig ist, wird die tatsächliche geografische Reichweite jedoch davon abhängen, wie viele Schulen das Angebot in ihre Jahresplanung aufnehmen.

Das Vorhaben knüpft an den 1744 von der Universität Paris geschaffenen Concours général an. Der Wettbewerb würdigte lange vor allem herausragende Leistungen in höheren Klassen und wurde später auf technische und berufliche Bildungsgänge ausgedehnt. 2026 nahmen nach Ministeriumsangaben insgesamt 23.061 Jugendliche am Concours général des lycées et des métiers teil; 21.405 von ihnen kamen aus allgemeinbildenden und technischen Lycées. Die neue Ausgabe überträgt dieses Prinzip nun auf die Abschlussklasse des Collège und setzt, anders als wissenschaftliche Teamwettbewerbe, auf individuelle Prüfungsleistungen.

Quellen

  • Franceinfo: C'est quoi ce nouveau concours au collège ?
  • Ministerium für nationale Bildung: Concours général des collèges
  • Ministerium für nationale Bildung: Concours général des lycées et des métiers 2026
  • Éduscol: Schuljahr 2026/27

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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