Blois – 29.08.2026: Die Parti socialiste hat ihren Sommercampus in Blois ganz auf die Präsidentschaftswahl 2027 ausgerichtet. Am zweiten Veranstaltungstag beherrscht vor allem die bereits beschlossene Vorwahl des sozialdemokratischen Lagers die Gespräche. Die Sozialisten und die von Raphaël Glucksmann geführte Bewegung Place publique wollen auf diesem Weg einen gemeinsamen Kandidaten für das Präsidentenamt bestimmen.
Das Abkommen über das Verfahren wurde am 25. August von den zuständigen Parteigremien gebilligt. Im Nationalrat der Sozialisten stimmten 159 Mitglieder dafür, 32 dagegen, 21 enthielten sich. Place publique nahm die Vereinbarung einstimmig an. Auch die Gauche républicaine et socialiste des Abgeordneten Emmanuel Maurel will sich dem Verfahren anschließen.
Der erste Wahlgang ist für den 9. und 10. Oktober 2026 vorgesehen, ein möglicher zweiter für den 16. und 17. Oktober. Abgestimmt wird elektronisch. Mitglieder der beiden Trägerorganisationen können ohne zusätzliche Zahlung teilnehmen. Außenstehende müssen spätestens drei Tage vor dem jeweiligen Wahlgang einem neu gegründeten sozialdemokratischen Finanzierungsverband beitreten. Der reguläre Beitrag beträgt 15 Euro, für Studierende und Menschen, die keine Steuern zahlen, zehn Euro.
Diese Hürde war bereits während der Verhandlungen umstritten. Kritiker aus dem Umfeld von Parteichef Olivier Faure sowie Philippe Brun und Ségolène Royal hielten 15 Euro für zu viel. Der Konflikt berührt ein Grundproblem des Verfahrens: Die Abstimmung soll über die Mitgliedschaft der beteiligten Parteien hinausreichen, ohne den Teilnehmerkreis vollständig zu öffnen.
Als mögliche Bewerber gelten bislang Glucksmann sowie die Sozialisten Brun, Jérôme Guedj und Royal. Kandidaturen können vom 1. bis 15. September eingereicht werden. Sozialistische Bewerber benötigen dafür unter anderem die Unterstützung von 15 Mitgliedern des Nationalrats, zehn Parlamentariern oder einer festgelegten Zahl kommunaler und regionaler Mandatsträger. Faure hat eine eigene Kandidatur bisher nicht angekündigt.
In Blois trat der Parteichef demonstrativ an Glucksmanns Seite auf. Die Vorwahl solle ohne persönliche Zerwürfnisse verlaufen, sagte Faure. Überschattet wird das Arrangement allerdings von der Haltung François Hollandes. Der frühere Staatspräsident und heutige sozialistische Abgeordnete bekräftigte am 28. August, dass er nicht teilnehmen werde. Vorwahlen seien eher ein Mittel der Spaltung, argumentierte er. Für Dezember kündigte Hollande eine breiter angelegte Sammlung demokratischer Kräfte an.
Das Verfahren bleibt damit auf einen sozialdemokratischen Block begrenzt und umfasst nicht die gesamte französische Linke. Die Bewerber sollen den demokratischen, ökologischen und republikanischen Linksparteien ein gemeinsames Programm und ein Bündnis für die Parlamentswahlen anbieten. Einen verbindlichen Ausschluss einer späteren Zusammenarbeit mit La France insoumise enthält die vereinbarte Charta jedoch nicht.
Quellen
- Franceinfo: Bericht über den Sommercampus der Parti socialiste
- Parti socialiste: Programm des Campus 2026 in Blois
- LCP – Assemblée nationale: Regeln und Termine der sozialdemokratischen Vorwahl
- Public Sénat: Bericht vom Sommercampus der Sozialisten
- AFP via Boursorama: François Hollandes Absage an die Vorwahl
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).