Politik & Gesellschaft

Gabriel Attal macht die Schule zum Kern seines Wahlkampfs

Der Renaissance-Kandidat Gabriel Attal setzt im Präsidentschaftswahlkampf auf kleinere Klassen, höhere Lehrergehälter und eine verlässlichere Führung des Bildungsministeriums.

Paris – 01.09.2026: Gabriel Attal hat die Bildungspolitik zum Kern seiner Bewerbung um das französische Präsidentenamt erklärt. Im neuen Gesprächsformat "France 2027 – Der Gast der 20-Uhr-Nachrichten" auf France 2 sagte der Kandidat der Partei Renaissance, die Schule sei für ihn kein bloßes Wahlkampfthema, sondern das Zentrum seines politischen Engagements.

Der frühere Premierminister eröffnete das Format des öffentlich-rechtlichen Senders France Télévisions. Vorgesehen sind jeweils zwanzigminütige Gespräche, in denen Bewerberinnen und Bewerber für die Präsidentschaftswahl 2027 ihre Programme erläutern und zum Tagesgeschehen Stellung nehmen. Attal nutzte den Auftritt, um seine bereits zuvor formulierten bildungspolitischen Pläne in seine Wahlkampfstrategie einzuordnen.

Sein am 25. August vorgestelltes Konzept sieht vom Jahr 2027 an ein mehrjähriges Programmgesetz für die Schulen vor. Zugleich fordert Attal, die Leitung des Bildungsministeriums für fünf Jahre personell stabil zu halten. Damit reagiert er auf die häufigen Wechsel an der Spitze des Ressorts. Seit 2022 hätten sieben Ministerinnen und Minister das Amt geführt, sagte Attal. Die damit verbundenen Kursänderungen hätten die Arbeit der Schulen belastet.

Für die Grundschulen schlägt der Renaissance-Kandidat kleinere Klassen vor. Wegen sinkender Schülerzahlen solle die durchschnittliche Klassenstärke dort auf weniger als 20 Kinder fallen. Attal lehnt es ab, den demografischen Rückgang vorwiegend für Einsparungen zu nutzen. Im Sekundarbereich will er zusätzliche Vertretungsstellen schaffen. Besonders belastete Schulen sollen zudem durch eine stärkere soziale Mischung entlastet werden.

Zu seinen weiteren Vorschlägen gehören nach Leistungsstand gebildete Lerngruppen in Französisch und Mathematik sowie verbindliche Prüfungen vor dem Eintritt in die gymnasiale Oberstufe. Außerdem will Attal das Certificat d'études beim Übergang auf eine weiterführende Schule wieder einführen. Lehrkräften stellt er monatlich 200 Euro netto mehr in Aussicht; Beschäftigte in mittleren Karrierephasen sollen bis zu 500 Euro zusätzlich erhalten. Finanzieren will er die Vorhaben unter anderem durch Einsparungen bei den Sozialausgaben.

Attal hatte seine Kandidatur am 22. Mai 2026 in Mur-de-Barrez im Département Aveyron bekannt gegeben. Im politischen Zentrum konkurriert er vor allem mit Édouard Philippe, dem Vorsitzenden der Partei Horizons. Zugleich grenzt er sein Angebot vom Rassemblement National und von La France insoumise ab.

Bei France 2 warb Attal außerdem für eine weitreichende Verfassungsreform, die politische Macht stärker verteilen solle. Seine bildungspolitischen Vorschläge bilden bislang den ausführlichsten Teil seines Präsidentschaftsprogramms.

Quellen

  • Franceinfo
  • France Télévisions
  • Le Monde
  • TF1 Info

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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