Paris – 30.07.2026: In Frankreich werden weiterhin weniger Kinder geboren. Nach den am Donnerstag veröffentlichten vorläufigen Daten des Statistikamts Insee kamen zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2026 insgesamt 313.931 Kinder zur Welt. Im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres waren es 317.583 gewesen. Das entspricht einem Rückgang um 3.652 Geburten oder 1,1 Prozent.
Auch im Juni setzte sich die Entwicklung fort, wenn auch etwas abgeschwächt. Das Insee zählte 53.873 Geburten, 0,7 Prozent weniger als im Juni 2025. Pro Tag wurden im Durchschnitt 1.796 Kinder geboren, gegenüber 1.809 im Vorjahresmonat. Im Mai hatte die Zahl mit 54.213 Geburten noch knapp über dem Wert vom Mai 2025 gelegen. Dieser einzelne Anstieg kehrte den Halbjahrestrend jedoch nicht um.
Die jüngste Bilanz fügt sich in einen seit Jahren anhaltenden Rückgang ein. Im ersten Halbjahr 2024 waren noch 326.401 Kinder geboren worden, 2023 waren es 334.249. Zehn Jahre zuvor, im ersten Halbjahr 2016, hatte die Zahl bei 382.710 gelegen. Seither ist sie damit um fast 18 Prozent gesunken. Erfasst werden Lebendgeburten in ganz Frankreich einschließlich der Übersee-Départements.
Für 2025 hatte das Insee zuletzt 643.905 Geburten ausgewiesen. Die Jahreszahl lag damit unter dem bereits niedrigen Stand von 2024 mit 660.787 Geburten. Zugleich wurden 2025 schätzungsweise 651.000 Sterbefälle registriert. Der natürliche Bevölkerungssaldo, also die Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen, fiel erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs negativ aus. Er lag bei etwa minus 6.000 Menschen.
Das Insee führt den Geburtenrückgang seit 2016 vor allem auf eine sinkende Fertilität zurück, nicht auf eine geringere Zahl von Frauen im gebärfähigen Alter. Die zusammengefasste Geburtenziffer sank 2025 auf 1,56 Kinder je Frau, nach 1,61 im Jahr 2024. Sie erreichte damit den niedrigsten Stand seit dem Ende des Ersten Weltkriegs. Besonders stark ging die Fertilität bei Frauen unter 35 Jahren zurück.
Der anhaltende Rückgang berührt langfristig mehrere Bereiche staatlicher Planung. Sinkende Geburtenzahlen verändern zunächst den Bedarf an Krippen, Schulen und Betreuungspersonal; später wirken sie sich auf den Arbeitsmarkt und die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme aus. Für belastbare Prognosen müssen allerdings auch Lebenserwartung und Wanderungsbewegungen berücksichtigt werden.
Regional verlief die Entwicklung im ersten Halbjahr uneinheitlich, überwiegend aber negativ. In den Hauts-de-France sank die Geburtenzahl gegenüber dem Vorjahr um 1,0 Prozent, in der Île-de-France um 0,7 Prozent. In Auvergne-Rhône-Alpes blieb sie nahezu stabil. Die Juni-Werte sind vorläufig, da noch nicht sämtliche Geburtsmeldungen der Gemeinden beim Insee eingegangen sind. Die Zahlen für Juli will das Amt am 3. September 2026 veröffentlichen.
Quellen
- Insee: Monatliche Geburtenzahlen seit Januar 2024
- Insee: Demografische Bilanz 2025
- Franceinfo: Geburten in Frankreich zur Jahresmitte 2026
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).