Paris – 17.08.2026: Gérald Darmanin verzichtet auf eine Kandidatur bei der französischen Präsidentschaftswahl 2027. Wie Franceinfo berichtet, unterstützt der Justizminister stattdessen Édouard Philippe. Damit beendet der 43-Jährige eine monatelange Phase, in der er eigene Ambitionen offenließ und im bürgerlich-zentristischen Lager als möglicher Bewerber galt.
Die Entscheidung verändert die Kräfteverhältnisse in einem politischen Spektrum, das nach einer gemeinsamen Linie für die Zeit nach Emmanuel Macron sucht. Philippe, früherer Premierminister und Vorsitzender der Partei Horizons, hatte seine Ambitionen für 2027 bereits deutlich gemacht. Darmanin konnte ihm Rückhalt verschaffen, blieb bislang jedoch ein möglicher Konkurrent mit eigenem Netzwerk und politischem Profil.
Der Justizminister hatte die Frage einer Kandidatur wiederholt nicht abschließend beantwortet. Noch im Februar 2026 warb er dafür, dass die politische Mitte und die Rechte bis zum Sommer einen gemeinsamen Kandidaten bestimmen sollten. Édouard Philippe sei zwar der zu diesem Zeitpunkt am besten platzierte Bewerber, sagte Darmanin damals. Eine Vorentscheidung wollte er daraus zunächst nicht ableiten.
Nun wird aus der langjährigen politischen Nähe ein offenes Bündnis. Darmanin gehörte von 2017 bis 2020 den von Philippe geführten Regierungen an. Beide kamen ursprünglich aus der konservativen Partei Les Républicains und wechselten nach Macrons Wahlsieg in das neue Präsidentenlager. Trotz unterschiedlicher Rollen blieben sie durch ihre gemeinsame Regierungserfahrung und verwandte Vorstellungen von staatlicher Autorität, wirtschaftlicher Ordnung und sozialem Aufstieg verbunden.
Für Philippe ist die Unterstützung politisch wertvoll. Darmanin verfügt über eine eigene Anhängerschaft, besonders im Norden Frankreichs und im konservativen Teil des bisherigen Präsidentenlagers. Seine Festlegung dürfte zugleich den Druck auf weitere mögliche Bewerber erhöhen, ihre Pläne offenzulegen. Zu ihnen zählt vor allem Gabriel Attal, der Vorsitzende von Renaissance und frühere Premierminister.
Philippe arbeitet bereits sichtbar an seiner Kandidatur. Anfang Juli stellte er bei einer Großveranstaltung in Paris seine politischen Leitlinien für 2027 vor und warb für ein Bündnis aus Mitte und gemäßigter Rechter. Zuvor hatten sich mehrere frühere Minister und Politiker aus unterschiedlichen Teilen dieses Spektrums hinter ihn gestellt.
Darmanin bleibt Justizminister und damit Mitglied der Regierung. Sein Verzicht trennt das Regierungsamt nicht vollständig von der Vorbereitung auf die Präsidentschaftswahl, beseitigt aber eine wichtige Ungewissheit im Lager der Macron-Nachfolge: Aus einem potenziellen Rivalen Philippes ist ein erklärter Unterstützer geworden.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- RTL
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).