Frankreich

Glucksmann will Lehrer besser bezahlen – doch die 10-Prozent-Zahl führt in die Irre

Raphaël Glucksmann rückt die französischen Schulen ins Zentrum seiner Präsidentschaftskampagne. Der Kandidat verspricht höhere Gehälter für Lehrer, kleinere Klassen und eine umfassende Sanierung öffentlicher Schulen. Eine Zahl sorgt dabei allerdings für Verwirrung: Will Glucksmann tatsächlich die Gehälter sämtlicher Lehrkräfte pauschal um zehn Prozent erhöhen? So eindeutig ist die Sache nicht. Fest steht: Die bessere Bezahlung…

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Raphaël Glucksmann rückt die französischen Schulen ins Zentrum seiner Präsidentschaftskampagne. Der Kandidat verspricht höhere Gehälter für Lehrer, kleinere Klassen und eine umfassende Sanierung öffentlicher Schulen. Eine Zahl sorgt dabei allerdings für Verwirrung: Will Glucksmann tatsächlich die Gehälter sämtlicher Lehrkräfte pauschal um zehn Prozent erhöhen? So eindeutig ist die Sache nicht.

Fest steht: Die bessere Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern gehört zu den Schwerpunkten seines bildungspolitischen Programms. Glucksmann beschreibt den Zustand des öffentlichen Schulsystems als eine der großen politischen Baustellen Frankreichs und stellt für den Fall eines Wahlsiegs einen auf fünf Jahre angelegten Rettungsplan in Aussicht.

Dabei geht es nicht allein ums Geld.

Neben höheren Lehrergehältern sieht sein Konzept eine Verringerung der Schülerzahlen pro Klasse vor. Besonders die Grundschulen sollen davon profitieren. Hinzu kommt die Renovierung von Schulgebäuden – ein Thema, das vielerorts seit Jahren für Diskussionen sorgt. Marode Gebäude, überfüllte Klassenzimmer und Schwierigkeiten bei der Gewinnung neuer Lehrkräfte bilden schließlich eine Mischung, die sich nicht mit einem einzigen politischen Dreh am Stellrad beseitigen lässt.

Bei der konkreten Höhe der geplanten Gehaltssteigerungen bleibt Glucksmann bislang allerdings zurückhaltender, als manche Schlagzeile vermuten lässt.

In seinen jüngsten öffentlichen Äußerungen kündigte er zwar ausdrücklich eine bessere Bezahlung der Lehrer an, nannte dafür jedoch keinen verbindlichen Prozentsatz. Auch ein genauer Zeitplan für die Gehaltsanpassungen liegt bislang nicht vor. Die Behauptung, sämtliche französischen Lehrer sollten unter einem Präsidenten Glucksmann automatisch zehn Prozent mehr verdienen, geht deshalb über das bislang öffentlich angekündigte Programm hinaus.

Woher kommen dann die zehn Prozent?

Die Erklärung liegt vermutlich in einem anderen Teil seiner wirtschaftspolitischen Vorstellungen. Glucksmann brachte eine allgemeine Erhöhung der Löhne und Gehälter um zehn Prozent ins Gespräch. Diese Forderung bezieht sich jedoch nicht speziell auf Lehrer und lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres als konkrete Zusage für sämtliche Beschäftigten des französischen Bildungswesens interpretieren.

Der Unterschied wirkt auf den ersten Blick klein, politisch ist er erheblich. Eine allgemeine Forderung nach höheren Einkommen ist etwas anderes als eine exakt bezifferte Gehaltszusage für Hunderttausende Staatsbedienstete. Gerade im Wahlkampf lohnt sich deshalb der Blick aufs Kleingedruckte – oder, salopp gesagt: Zehn Prozent sind eben nicht automatisch zehn Prozent.

Unterm Strich steht eine klare bildungspolitische Zusage: Glucksmann möchte Lehrer besser bezahlen und die öffentliche Schule mit einem mehrjährigen Programm stärken. Eine pauschale Gehaltserhöhung von zehn Prozent für alle Lehrkräfte gehört nach den bislang bekannten Ankündigungen jedoch nicht ausdrücklich dazu.

P. Tiko

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