Athen – 20.08.2026: Zwischen Tempelruinen, Olivenhainen und ausgetrockneten Hängen sollen Kameras einen Brand künftig früher erkennen als das menschliche Auge. Das griechische Kulturministerium lässt an 22 bedeutenden archäologischen Stätten und Kulturdenkmälern Systeme zur Branderkennung und zum Brandschutz installieren. Die Anlagen sind Teil des nationalen Zivilschutzprogramms AIGIS und sollen die wachsende Gefahr durch Vegetations- und Waldbrände mindern.
Acht Systeme sind nach Angaben des Ministeriums bereits in Betrieb. Sie schützen unter anderem das antike Olympia, Mykene, Epidauros, Mystras, Dion, die Burg Platamon, den Aphaia-Tempel auf Ägina und Peristeria auf der Peloponnes. Viele dieser Stätten liegen in bewachsenen, schwer zugänglichen Gebieten. Trockenheit, Wind und begrenzte Zufahrtsmöglichkeiten können dort die Brandbekämpfung erschweren.
Wie die Technik im Ernstfall hilft, zeigte sich am 31. Juli in Fichtia in der Region Argolis. Das System von Mykene registrierte innerhalb seines Überwachungsbereichs einen Brandherd und löste automatisch Alarm aus. Bilder und weitere Daten gingen unmittelbar in einer Einsatzzentrale ein. Die Feuerwehr erhielt so bereits in der Entstehungsphase Informationen über das Feuer und konnte die Lage aus der Ferne beurteilen.
Die Anlagen verbinden Wärmebildkameras mit optischen Kameras, darunter fernsteuerbare Geräte mit Rundumsicht. Eine digitale Kartierung zeigt erkannte Brandherde, den Zeitpunkt des Alarms und den technischen Zustand der Ausrüstung an. Wetterstationen liefern ergänzende Daten; regionale und zentrale Leitstellen bündeln die Informationen. An ausgewählten Orten gehören zudem mobile Löschkanonen zur Ausstattung.
Bis zum 31. August sollen sechs weitere Systeme den Betrieb aufnehmen: an der Akropolis in Athen, am Palast des Nestor, in Alt-Messene, am Kloster Hosios Loukas, in Nikopolis bei Preveza und in Phaistos auf Kreta. Für September sind Installationen unter anderem in Knossos, Delphi, Tatoi, Dodona, auf Samothraki und Thasos sowie auf dem Berg Athos vorgesehen.
Finanziert wird das Vorhaben über die europäische Aufbau- und Resilienzfazilität. Die Ausschreibung für Beschaffung und Installation lief über die staatliche griechische Beteiligungsgesellschaft Hyperfund. Das Netzwerk soll der Feuerwehr Lagebilder in Echtzeit liefern, damit sie Brände schneller bewerten und ihre Kräfte gezielter einsetzen kann.
Geschützt werden damit neben Mauern, Säulen und Ausgrabungen auch Beschäftigte und Besucher. Feuer kann Zufahrten abschneiden, Evakuierungen erzwingen und die historische Kulturlandschaft beschädigen. Die 22 Anlagen verbinden deshalb technische Überwachung, automatische Warnungen und die unmittelbare Datenübermittlung an den Zivilschutz.
Quellen
- Franceinfo
- Griechisches Kulturministerium via ERT News
- Programm AIGIS des griechischen Ministeriums für Klimakrise und Zivilschutz
- Kathimerini
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).