Paris – 29.07.2026: Frankreich erlebt am Mittwoch den Höhepunkt einer weiteren außergewöhnlichen Hitzephase. Der nationale Wetterdienst Météo-France erwartet im Südwesten und im Raum Lyon örtlich 40 bis 42 Grad Celsius. Besonders hohe Werte werden für die Region Toulouse, Nouvelle-Aquitaine und Gebiete bis nach Poitou prognostiziert. Auch in Paris und Tours kann das Thermometer auf 38 Grad steigen, in Grenoble auf 37 Grad.
Betroffen sind weite Teile des Landes sowie Korsika. Am Donnerstag, 30. Juli, soll die Hitze im Westen deutlich nachlassen, im Osten und vor allem im Südosten jedoch anhalten. Für Donnerstag und Freitag kündigt der Wetterdienst Gewitter an, die regional Abkühlung bringen können. Im Zentralosten besteht am Freitag das Risiko kräftiger Unwetter.
Météo-France spricht vom vierten Abschnitt sehr großer Hitze in diesem Sommer. Nach den klimatologischen Kriterien des Wetterdienstes begann am Dienstag allerdings erst die dritte landesweite Hitzewelle des Jahres – und die 54. seit dem Beginn der nationalen Erfassung im Jahr 1947. Die abweichenden Angaben beruhen auf unterschiedlichen Schwellenwerten für meteorologische Hitzewellen und gesundheitsbezogene Warnlagen.
Bereits vom 4. bis 19. Juli hatte eine landesweite Hitzewelle 16 Tage gedauert und damit zu den längsten registrierten Ereignissen dieser Art gehört. Zuvor erlebte Frankreich vom 17. bis 30. Juni eine ungewöhnlich frühe und intensive Hitzeperiode. Begünstigt werden diese wiederkehrenden Phasen durch eine seit Mai vorherrschende Hochdrucklage über Westeuropa.
Sie sorgt für wenig Bewölkung, kaum Niederschlag und die Zufuhr sehr warmer Luft. Entsprechend stark sind die Böden ausgetrocknet. Am 25. Juli meldete Météo-France für Frankreich und Korsika eine ungewöhnlich ausgeprägte Bodentrockenheit. Die Werte lagen für die Jahreszeit unter denen der Vergleichsjahre 2022 und 2025 und näherten sich den Tiefstständen vom August 2022.
Die gesundheitliche Belastung ist bereits erheblich. Santé publique France schätzte für die Hitzeperiode vom 17. Juni bis 2. Juli in 92 Départements mindestens 5.764 zusätzliche Todesfälle aller Ursachen. Die vorläufigen Daten weisen besonders für Menschen ab 75 Jahren eine erhöhte Sterblichkeit aus. In der Region Île-de-France wurden 1.999 zusätzliche Todesfälle errechnet, 81,2 Prozent mehr als statistisch erwartet.
Météo-France führt die Häufung und Intensivierung solcher Ereignisse auf den menschengemachten Klimawandel zurück. Zwei Drittel der 54 seit 1947 erfassten landesweiten Hitzewellen ereigneten sich im 21. Jahrhundert, die Hälfte seit 2010. Frankreichs Referenzpfad für die Klimaanpassung rechnet bis 2050 mit einer durchschnittlichen Erwärmung um 2,7 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit.
Quellen
- Météo-France, Hitzewelle mit Spitzen über 40 Grad, 29.07.2026
- Météo-France, Rückblick auf die Hitzewelle vom 4. bis 19. Juli 2026, 24.07.2026
- Santé publique France, Übersterblichkeit während der Hitzeperiode vom 17. Juni bis 2. Juli 2026, 22.07.2026
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).