Paris – 23.07.2026: Die außergewöhnliche Hitzewelle vom 17. Juni bis 2. Juli hat in Frankreich nach einer ersten Schätzung von Santé publique France mindestens 5.764 zusätzliche Todesfälle verursacht. Gegenüber dem statistisch erwarteten Niveau entspricht dies einem Anstieg der Gesamtsterblichkeit um 36,2 Prozent in den betroffenen Zeiträumen und Départements. Die nationale Gesundheitsbehörde veröffentlichte die Zahlen am 22. Juli.
Die Bilanz bezieht sich auf 92 Départements und damit auf 98,5 Prozent der Bevölkerung im französischen Mutterland. Dort wurden während der Hitzetage 21.674 Todesfälle registriert, während statistisch 15.910 erwartet worden waren. Mehr als die Hälfte der zusätzlichen Todesfälle, naemlich 56 Prozent, entfiel auf die drei Tage vom 25. bis 27. Juni.
Besonders stark war die Übersterblichkeit in der Region Ile-de-France. Dort wurden 1.999 zusätzliche Todesfälle geschätzt, ein Plus von 81,2 Prozent. Auch Grand Est, Pays de la Loire und Centre-Val de Loire verzeichneten deutliche Anstiege. Korsika, Okzitanien und Provence-Alpes-Cote d'Azur wiesen in der untersuchten Periode hingegen keine erhöhte Gesamtsterblichkeit aus, weil die Hitzebelastung dort geringer ausfiel.
Betroffen waren erstmals bei einer solchen Auswertung alle Altersgruppen ab 15 Jahren. Menschen ab 75 Jahren stellen mit mindestens 3.719 zusätzlichen Todesfällen rund zwei Drittel der vorläufigen Bilanz. Erhöhungen wurden zudem an allen erfassten Sterbeorten festgestellt: in Krankenhäusern, zu Hause sowie in Pflegeheimen. Die Zahlen zeigen damit eine Belastung, die weit über einzelne besonders gefährdete Gruppen hinausging.
Am 24. und 25. Juni wurden nach Angaben von Météo-France die höchsten jemals in Frankreich gemessenen Tagesmitteltemperaturen erreicht: erstmals 30 Grad im landesweiten 24-Stunden-Durchschnitt. Die Hitzewelle war nach Beurteilung von Santé publique France in ihrer Intensität stärker als jene vom August 2003, erreichte aber nicht deren damalige Übersterblichkeit. Ihre außergewöhnliche Dauer und ihr früher Zeitpunkt im Jahr verschärften die Folgen.
Die jetzt vorgelegte Zahl ist keine medizinische Todesursachenstatistik, sondern eine Modellrechnung zur Gesamtsterblichkeit. Grundlage sind Meldungen der Standesaemter aus rund 5.000 Gemeinden, die etwa 84 Prozent der landesweiten Sterblichkeit abdecken und anschliessend hochgerechnet werden. Die Daten wurden am 20. Juli abgeschlossen und sind noch nicht endgültig. Eine konsolidierte Sommerbilanz mit einer genaueren Zuordnung der Auswirkungen soll im Herbst folgen. Der Vergleich mit den mehr als 5.700 hitzebedingten Todesfällen des gesamten Sommers 2025 ist daher methodisch nur eingeschränkt möglich.
Quellen
- Santé publique France: Erste Schätzung der Übersterblichkeit während der Hitzewelle vom 17. Juni bis 2. Juli 2026
- Santé publique France: Gesundheitsbilanz des Sommers 2025
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).