Gesundheit

Hitzewelle im Juni: Sterblichkeit in Île-de-France mehr als doppelt so hoch wie erwartet

Während der außergewöhnlichen Hitzewelle Ende Juni wurden in Île-de-France zwischen dem 22. und 28. Juni rund 1.565 Todesfälle mehr als erwartet registriert. Die Sterblichkeit lag damit um 122 Prozent über dem üblichen Niveau.

Paris – 19.07.2026: Die außergewöhnliche Hitzewelle Ende Juni hat in Île-de-France zu einer massiven Übersterblichkeit geführt. Nach einer am Freitag, 17. Juli, aktualisierten Auswertung von Santé publique France wurden zwischen dem 22. und 28. Juni rund 3.000 Todesfälle registriert. Das waren 1.565 Todesfälle mehr, als für diesen Zeitraum erwartet worden waren. Die beobachtete Sterblichkeit lag damit um 122 Prozent über dem üblichen Niveau.

Die Gesundheitsbehörde spricht von einer sehr starken Übersterblichkeit im Zusammenhang mit der Hitzeperiode. Der erfasste Zeitraum deckt sich mit den Tagen, an denen die thermische Belastung in der Region besonders hoch war. Die Statistik umfasst Todesfälle aller Ursachen. Sie erlaubt deshalb keine Aussage darüber, welcher einzelne Todesfall unmittelbar durch Hitze verursacht wurde. Sie dokumentiert jedoch das Ausmaß der gesundheitlichen Belastung während dieser Tage.

Besonders betroffen waren ältere Menschen. Nach Angaben von Santé publique France entfielen 82,4 Prozent der erfassten Todesfälle auf Personen ab 65 Jahren. Hohe Temperaturen können jedoch Menschen jeden Alters gefährden, insbesondere bei Vorerkrankungen, eingeschränkter Mobilität, sozialer Isolation oder einer schlecht kühlbaren Wohnung. Hitze belastet den Kreislauf, begünstigt Flüssigkeitsmangel und kann bestehende Erkrankungen verschärfen.

Die nun veröffentlichte Bilanz liegt deutlich über der ersten regionalen Einschätzung Anfang Juli. In die aktualisierte Auswertung gingen zusätzlich papiergebundene Todesbescheinigungen ein, die zuvor noch nicht vollständig erfasst worden waren. Der Datensatz ist damit umfassender, bleibt nach Angaben der Behörde aber vorläufig. Mit der weiteren Konsolidierung der Meldungen können sich die Zahlen noch verändern.

Schon während der Hitzewelle hatten die Gesundheitsdaten auf einen zunehmenden Druck auf das Versorgungssystem hingedeutet. In Île-de-France stiegen die Notfallbehandlungen wegen Überhitzung, Flüssigkeitsmangel und Störungen des Salzhaushalts. Auch SOS Médecins meldete mehr Einsätze wegen hitzebedingter Beschwerden. Die acht Départements der Region standen ab dem 21. Juni unter der höchsten amtlichen Hitzewarnstufe.

Die Übersterblichkeit hielt nach dem Ende der intensivsten Hitze offenbar zunächst an. Für die darauffolgende Woche registrierte Santé publique France in Île-de-France noch mehr als 200 zusätzliche Todesfälle gegenüber dem erwarteten Niveau. Solche zeitverzögerten Folgen betreffen häufig Menschen mit chronischen Krankheiten sowie Hochbetagte, deren Gesundheitszustand durch mehrere heiße Tage erheblich geschwächt wird.

Die Behörden raten während extremer Hitze zu regelmäßigem Trinken, kühlen Aufenthaltsorten und dem Verzicht auf körperliche Anstrengung in den heißesten Stunden. Besonders wichtig ist es, Kontakt zu älteren, kranken oder alleinlebenden Menschen zu halten. Die endgültige Bilanz der Juni-Hitzewelle hängt von den noch ausstehenden, konsolidierten Sterblichkeitsdaten ab.

Quellen

  • Santé publique France
  • Franceinfo
  • Agence France-Presse

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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