Bamako – 13.08.2026: Ein in Mali zu 20 Jahren Haft verurteilter französischer Staatsangehöriger ist begnadigt worden. Das berichtete Franceinfo am Donnerstag. Damit nimmt ein Fall eine überraschende Wendung, der seit der Festnahme des Mannes im August 2025 die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Bamako und Paris zusätzlich belastet hatte. Ob der Franzose bereits freigelassen wurde oder Mali verlassen konnte, war zunächst nicht öffentlich bestätigt.
Eine malische Spezialkammer hatte den Mann im Juni 2026 wegen Gefährdung der Staatssicherheit verurteilt. Neben der Freiheitsstrafe verhängte das Gericht nach damaligen Berichten ein 20-jähriges Aufenthaltsverbot für Mali sowie eine Geldstrafe. Die Behörden warfen dem Franzosen vor, für den französischen Auslandsnachrichtendienst DGSE tätig und an einem Plan zur Destabilisierung der malischen Übergangsinstitutionen beteiligt gewesen zu sein.
Frankreich bestritt die Anschuldigungen. Nach Darstellung des französischen Außenministeriums war der Betroffene als Mitarbeiter der Botschaft in Bamako akkreditiert und im Rahmen der Sicherheitskooperation eingesetzt. Paris bezeichnete die Vorwürfe als unbegründet und verlangte seine Freilassung. Zugleich berief sich die französische Regierung auf den diplomatischen Status des Mannes und die damit verbundenen Schutzrechte. Mali erkannte diese Argumentation im Strafverfahren nicht an.
Die Begnadigung beendet die Haftstrafe, klärt den grundsätzlichen Konflikt jedoch nicht. Zu den Bedingungen des Gnadenakts und zu möglichen Absprachen zwischen beiden Regierungen lagen am Donnerstagabend keine näheren Angaben vor. Ebenso blieb offen, ob das zusätzlich ausgesprochene Aufenthaltsverbot und die Geldstrafe von der Entscheidung erfasst werden. Eine ausführliche öffentliche Begründung aus Bamako war zunächst nicht bekannt.
Der Fall steht vor dem Hintergrund des tiefgreifenden Bruchs zwischen Mali und seiner früheren Kolonialmacht. Nach den Militärputschen von 2020 und 2021 wandte sich die malische Führung außen- und sicherheitspolitisch von Frankreich ab. Der jahrelange französische Militäreinsatz gegen dschihadistische Gruppen wurde beendet, die Soldaten zogen 2022 aus Mali ab. Bamako suchte zugleich engere Beziehungen zu Russland und schränkte die Zusammenarbeit mit westlichen Partnern ein.
Auch diplomatisch hatte die Festnahme Folgen. Frankreich wies im September 2025 malische Geheimdienstmitarbeiter aus und verwies dabei auf die Inhaftierung seines akkreditierten Mitarbeiters. Die malische Führung wiederum hielt an den Vorwürfen gegen den Franzosen fest. Seine Begnadigung folgt damit auf rund ein Jahr Haft und gut zwei Monate nach dem Urteil der Spezialkammer.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- France Diplomatie
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).