Kultur

Institut du monde arabe schließt Museum ab Sommer 2027 für ein Jahr

Das Museum des Institut du monde arabe in Paris soll ab Sommer 2027 für rund ein Jahr wegen einer umfassenden Sanierung schliessen. Die Kosten werden mit 18 Millionen Euro beziffert; Wechselausstellungen sollen weiterhin stattfinden.

Paris – 20.07.2026: Das Museum des Institut du monde arabe (IMA) wird ab Sommer 2027 für voraussichtlich ein Jahr geschlossen. Die Präsidentin der Einrichtung, Anne-Claire Legendre, kündigte am Montag eine vollständige Erneuerung der Museumsräume an. Nach ihren Angaben belaufen sich die Kosten für die Sanierung des gesamten Museums auf 18 Millionen Euro. Wechselausstellungen sollen während der Schließung weiterhin für das Publikum zugänglich bleiben.

Die Ankündigung konkretisiert ein seit Jahren verfolgtes Vorhaben, die Dauerausstellung grundlegend neu zu ordnen. Das IMA will seine historischen Sammlungen mit moderner und zeitgenoessischer Kunst aus der arabischen Welt stärker verbinden. Damit soll aus dem bisherigen Museum ein Haus für die Künste der arabischen Welt entstehen, das Entwicklungen von der Geschichte bis zur Gegenwart in einem gemeinsamen Rundgang vermittelt.

Der Umbau ist auch eine Konsequenz aus dem starken Wachstum der Sammlung. 2018 erhielt das Institut durch die Sammler Claude und France Lemand zunächst 1300 Werke moderner und zeitgenoessischer Kunst. Nach Angaben des IMA umfasst dieser Bestand inzwischen rund 1900 Arbeiten. Zusammen mit den eigenen Beständen verfügt die Institution damit über eine der bedeutendsten Sammlungen moderner und zeitgenoessischer Kunst von Künstlern arabischer Herkunft ausserhalb der arabischen Welt.

Die zeitliche Planung ist für das Institut anspruchsvoll. Das IMA begeht 2027 seinen 40. Gruendungstag. Auf seiner Internetseite hatte es die Eröffnung eines neuen Museums zuvor noch für dieses Jubilaeumsjahr angekündigt. Im jüngsten Taetigkeitsbericht der Einrichtung wird die Eröffnung dagegen für 2028 in Aussicht gestellt. Die nun angekündigte einjährige Schließung ab Sommer 2027 legt nahe, dass die Wiedereröffnung erst danach erfolgen kann.

Die Leitung setzt offenbar auf eine organisatorische Trennung zwischen den dauerhaft gezeigten Sammlungen und dem Ausstellungsbetrieb. Dies soll verhindern, dass die Institution während der Bauphase vollständig aus dem kulturellen Leben von Paris verschwindet. Welche Räume für temporäre Ausstellungen genutzt werden und welches Programm während der Bauzeit vorgesehen ist, wurde am Montag noch nicht im Einzelnen mitgeteilt.

Das 1987 eröffnete Institut ist mehr als ein Museum. Es verbindet Ausstellungen, Forschung, Bildung, Debatten und wirtschaftliche Begegnungen mit einer kulturpolitischen Aufgabe: dem Dialog zwischen Frankreich und den Staaten sowie Gesellschaften der arabischen Welt. Der Umbau betrifft deshalb eine Einrichtung, deren Wirkung weit über den klassischen Museumsbetrieb hinausgeht.

Finanziell markiert die Summe von 18 Millionen Euro eine erhebliche, aber gegenüber früheren Entwuerfen begrenztere Investition. Ältere Konzepte hatten deutlich weitergehende Eingriffe in die Ausstellungsflächen vorgesehen und waren wegen ungeklärter Finanzierung wiederholt verschoben worden. Mit dem nun genannten Rahmen erhält das Projekt erstmals einen konkreten Termin für die Schließung und einen klar bezifferten Kostenansatz.

Quellen

  • Franceinfo
  • Institut du monde arabe – Museum
  • Institut du monde arabe – Taetigkeitsbericht 2025

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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