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Japanische Firmen setzen auf Kühlkabinen gegen Hitzestress

Unternehmen in Japan installieren kompakte Kühlkabinen, in denen Beschäftigte nach Arbeiten bei großer Hitze rasch abkühlen können. Die Geräte ergänzen verschärfte Vorgaben zum Schutz vor hitzebedingten Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz.

Tokio – 20.07.2026: Angesichts der sommerlichen Hitze in Japan setzen Unternehmen zunehmend auf begehbare Kühlkabinen für Beschäftigte. Die Geräte, die wegen ihres Aussehens gelegentlich als "Kühlschränke für Menschen" bezeichnet werden, sollen vor allem Menschen unterstützen, die in Lagerhallen, Fabriken, auf Baustellen oder bei Veranstaltungen im Freien arbeiten. Sie dienen als kurzfristiger Rückzugsort, wenn die Belastung durch hohe Temperaturen zu groß wird.

Ein Modell trägt den Namen Do Hiemon Box und erinnert äußerlich an einen großen Getränkeautomaten. Entwickelt wurde es vom japanischen Kühl- und Automatenhersteller SDRS; der Industriezulieferer Trusco Nakayama vertreibt die Kabine. Im Innenraum herrschen etwa 15 Grad Celsius. Wer sich auf den integrierten Sitz setzt, wird gezielt an Kopf, Nacken, Schultern und Rücken mit rund fünf Grad kalter Luft versorgt.

Nach Angaben zum Gerät ist die Kühlung auf kurze Erholungsphasen ausgelegt. Bereits nach etwa fünf Minuten soll sie spürbar sein; nach 20 Minuten schaltet sich die Anlage automatisch ab, um eine zu starke Auskühlung zu vermeiden. Die Kabine steht auf Rollen, benötigt keine aufwendige Montage und kann deshalb dort aufgestellt werden, wo Beschäftigte während einer Schicht besonders stark der Hitze ausgesetzt sind.

Die Technik ersetzt jedoch weder Trinkpausen noch angepasste Arbeitszeiten oder medizinische Hilfe. Japans Arbeitsministerium verlangt von Arbeitgebern seit Juni 2025 bei hitzegefährdenden Tätigkeiten klar geregelte Meldewege, Maßnahmen für Notfälle und eine Unterrichtung der Beschäftigten. Zudem sollen Betriebe den WBGT-Wert berücksichtigen. Dieser Belastungsindex bezieht neben der Lufttemperatur auch Luftfeuchtigkeit, Wind und Wärmestrahlung ein.

Die Verschärfung reagiert auf eine hohe Zahl von Arbeitsunfällen. Nach den jüngsten endgültigen Daten des Arbeitsministeriums wurden 2025 insgesamt 1.803 Beschäftigte wegen hitzebedingter Gesundheitsprobleme am Arbeitsplatz verletzt oder erkrankten so schwer, dass sie mindestens vier Tage ausfielen oder starben. Das waren 43 Prozent mehr als im Vorjahr und der höchste Wert seit Beginn der Statistik. Die Zahl der Todesfälle lag bei 19.

Die Kühlkabinen werden nicht nur von Firmen wahrgenommen. In Maebashi in der Präfektur Gunma wurde Anfang 2026 ein Gerät an das Rathaus gespendet, das Besucher während der Öffnungszeiten kostenlos nutzen können. Auch ein Papierunternehmen in Kakogawa testete die Technik in Bereichen, in denen fest installierte Klimaanlagen nur schwer nachzurüsten sind.

Der Trend zeigt, wie sich Hitzeschutz in Japan von einzelnen Ventilatoren und Getränkestationen zu umfassenderen Sicherheitskonzepten entwickelt. Entscheidend bleibt dabei die Organisation der Arbeit: Gefährdete Personen müssen früh erkannt, Pausen ermöglicht und bei Warnzeichen unverzüglich versorgt werden. Die Kühlkabine ist dafür ein zusätzliches Hilfsmittel, nicht aber eine eigenständige Lösung gegen hitzebedingte Gesundheitsrisiken.

Quellen

  • Franceinfo
  • Japanisches Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales
  • Radio Kansai Topics
  • SoraNews24

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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