Paris – 24.07.2026: Angesichts einer nach Angaben des Elysee-Palasts ausserordentlich angespannten Waldbrandlage hat Präsident Emmanuel Macron die Aktivierung des EU-Katastrophenschutzverfahrens verlangt. Frankreich solle kurzfristig zusätzliche europäische Luftunterstützung erhalten. Macron kündigte zwei kroatische Canadair-Löschflugzeuge, zwei portugiesische Air-Tractor-Maschinen sowie zwei schwere Black-Hawk-Hubschrauber aus Tschechien und der Slowakei an.
Die Anforderung unterstreicht den Druck auf die französische Zivilschutzorganisation nach mehreren schweren Bränden im Juli. Betroffen waren in den vergangenen Wochen unter anderem die Region um Fontainebleau in der Seine-et-Marne sowie Die im Département Drome. Die Streitkräfte hatten bereits Pioniereinheiten und militärische Verstärkungskräfte zur Unterstützung der zivilen Einsatzdienste eingesetzt.
Das europäische Katastrophenschutzverfahren erlaubt Mitgliedstaaten, bei überforderten nationalen Kapazitäten rasch Material und Personal anderer Staaten anzufordern. Die Europäische Kommission koordiniert die Angebote, die jedoch weiterhin von den entsendenden Staaten bereitgestellt werden. Damit entsteht keine europäische Feuerwehr im engeren Sinn, sondern ein System gegenseitiger, zentral vermittelter Hilfe.
Frankreich hatte das Verfahren bereits am 5. Juli 2026 wegen gleichzeitig laufender Großbrände aktiviert. Damals vermittelte die EU nach Angaben der Kommission vier rescEU-Löschflugzeuge aus Schweden und Zypern. Die nun von Macron genannten Mittel weisen auf einen fortbestehenden oder erneut gestiegenen Bedarf an Luftkapazitäten hin, während mehrere Regionen des Landes von trockener Vegetation und hoher Brandgefahr betroffen sind.
Die verschiedenen Luftfahrzeuge erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Canadair-Flugzeuge können Wasser auf offenen Gewaessern aufnehmen und rasch wieder einsetzen. Air-Tractor-Maschinen sind kleinere, wendige Löschflugzeuge, die besonders für den frühen Angriff auf Brandherde geeignet sind. Schwere Black-Hawk-Hubschrauber erweitern die Einsatzmöglichkeiten dort, wo Flugzeuge wegen Topografie, Entfernung oder Verfügbarkeit weniger flexibel eingesetzt werden können.
Die europäische Hilfe ersetzt nicht die Arbeit am Boden. Ihre Wirkung hängt von der Abstimmung mit Feuerwehr, Gendarmerie, Präfekturen und den Einsatzleitungen der Départements ab. Gerade bei mehreren parallelen Bränden kann sie jedoch die nationale Flotte entlasten und Reserven für neue Brandherde schaffen. Frankreich verfügt nach Angaben des Innenministeriums über zwölf Canadair; im Juni wurden zudem zwei neue Maschinen für rund 200 Millionen Euro bestellt.
Die erneute Inanspruchnahme europäischer Kapazitäten verweist auf eine strategische Veränderung der Waldbrandbekämpfung. Nicht nur die Mittelmeerregion, sondern auch Gebiete im Landesinneren und um Paris müssen inzwischen mit großflächigen Vegetationsbränden rechnen. Für den Staat geht es deshalb neben akuter Gefahrenabwehr um Vorsorge, Waldbewirtschaftung, Schutz kritischer Infrastruktur und die langfristige Erneuerung der Löschflugzeugflotte.
Quellen
- Franceinfo
- Agence France-Presse
- Europäische Kommission – Generaldirektion Europäischer Katastrophenschutz und humanitaere Hilfe
- Französisches Innenministerium
- Französisches Verteidigungsministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).