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Aktuell · 16.07.2026 14:17

Macron verteidigt Canadair-Strategie gegen Vorwurf gekürzter Mittel

Emmanuel Macron weist die Kritik von RN und LFI an gestrichenen Mitteln für zwei zusätzliche Löschflugzeuge zurück. Die Haushaltskürzung von 2024 ist dokumentiert; die Wiederaufnahme der Produktion beruht jedoch auf einer späteren europäischen Beschaffungsinitiative.

Frankreich – 16.07.2026: Präsident Emmanuel Macron hat Vorwürfe des Rassemblement National und von La France insoumise zurückgewiesen, seine Regierung habe den Ausbau der französischen Canadair-Flotte vernachlässigt. Im Zusammenhang mit schweren Waldbränden erklärte Macron am Donnerstag, Frankreich habe die Wiederaufnahme der Produktion dieser amphibischen Löschflugzeuge auf europäischer Ebene ermöglicht. Damit reagierte er auf eine Debatte, die den Katastrophenschutz unmittelbar mit den Budgetentscheidungen der Regierung von Gabriel Attal im Jahr 2024 verknüpft.

Der Kern der Kritik ist sachlich belegbar: Ein Sparbeschluss der damaligen Regierung strich 2024 beim Programm Zivilschutz 52,7 Millionen Euro an Zahlungskrediten. Parlamentarische Unterlagen des Senats halten fest, dass die Generaldirektion für Zivilschutz und Krisenmanagement deshalb auf die geplante Bestellung von zwei weiteren Canadair verzichten musste. RN und LFI leiten daraus den Vorwurf ab, der Staat habe seine Vorsorge gegen zunehmend häufige Vegetationsbrände geschwächt.

Macron stellte dem entgegen, die Ausgangslage sei bei seinem Amtsantritt grundlegend anders gewesen. Die Produktionslinie für die von De Havilland Canada angebotenen Nachfolgemodelle war nach dem Ende der früheren Fertigung tatsächlich eingestellt worden. Allerdings lässt sich die von ihm genannte Jahreszahl 2017 nicht als Beginn einer neuen Produktion lesen. Entscheidend war vielmehr eine europäische Bündelung von Bestellungen und Finanzierungen, durch die der Hersteller die Fertigung des DHC-515 wieder aufnahm.

Frankreich hatte zunächst zwei Flugzeuge im europäischen RescEU-Rahmen bestellt; die Europäische Union trägt dabei einen überwiegenden Teil der Kosten. Die Beschaffung leidet dennoch unter langen industriellen Vorläufen. Die neuen Maschinen stehen nicht kurzfristig zur Verfügung, während die bestehende französische Canadair-Flotte aus zwölf Flugzeugen besteht und im Durchschnitt deutlich gealtert ist. Wartung, Ersatzteile und die verfügbare Zahl einsatzfähiger Maschinen bleiben deshalb für die aktuelle Waldbrandsaison zentral.

Die Kontroverse verweist auf einen institutionellen Zielkonflikt. Haushaltskürzungen werden im jährlichen Budgetvollzug entschieden, während die Beschaffung spezialisierter Luftfahrzeuge über Jahre geplant werden muss. Eine nachträgliche politische Zusage ersetzt weder verbindliche Mittel noch Produktionskapazitäten. Die Streichung von 2024 erklärt somit nicht die gesamte Verzögerung, sie verringerte aber nach den Feststellungen des Senats die damals vorgesehene französische Bestellung.

Macrons Verweis auf die europäische Initiative trifft insofern einen realen Punkt: Ohne gemeinsame Nachfrage mehrerer Staaten wäre die Wiederaufnahme der Produktion eines Nischenflugzeugs kaum zustande gekommen. Seine Darstellung bleibt jedoch unvollständig, wenn sie die späteren nationalen Budgetkürzungen ausblendet. Für die französische Zivilschutzpolitik entscheidet sich die Glaubwürdigkeit nun an der Finanzierung weiterer Flugzeuge, der Instandhaltung der vorhandenen Flotte und dem tatsächlichen Lieferkalender.

Quellen

  • Boursorama mit AFP-Bericht vom 16.07.2026
  • Legifrance: Haushaltskuerzung im Programm Zivilschutz 2024
  • Senat: Bericht zur Finanzierung und Beschaffung von Canadair
  • Nationalversammlung: Debatte zur Zivilsicherheit vom 07.07.2026

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