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À la une · 23.06.2024 08:33

Manga-Verbot für den "Pass Culture": Ein Rückschritt für die Jugendkultur?

Eine Kulturdebatte entflammt die sozialen Medien Frankreichs Seit der Auflösung der französischen Nationalversammlung lodert eine hitzige Diskussion auf den sozialen Medien Frankreichs auf. Der Stein des Anstoßes: Eine alte Forderung des Rassemblement National (RN),...

Eine Kulturdebatte entflammt die sozialen Medien Frankreichs

Seit der Auflösung der französischen Nationalversammlung lodert eine hitzige Diskussion auf den sozialen Medien Frankreichs auf. Der Stein des Anstoßes: Eine alte Forderung des Rassemblement National (RN), Manga vom Pass Culture auszuschließen. Diese Idee, ursprünglich 2022 von dem RN-Abgeordnetem Jean-Philippe Tanguy vorgeschlagen, hat wieder an Fahrt aufgenommen und sorgt besonders auf Plattformen wie TikTok und Instagram für Furore. Diverse Beiträge – teils unterstützt von politischen Gruppen wie dem Nouveau Front Populaire und Renaissance – greifen diesen Vorschlag auf und stellen ihn zur Diskussion.

Eine veraltete Sichtweise auf die Kultur

Ahmed Agne, Geschäftsführer des renommierten Manga-Verlags Ki-oon, sieht in der Initiative des RN eine rückwärtsgewandte Kulturpolitik. "Das ist typisch für die extreme Rechte in jedem Land und zu jeder Zeit der Geschichte: eine auf die Vergangenheit gerichtete und sehr museale Vorstellung von Kultur", erklärt er. "Es ist daher nicht überraschend, dass sie Probleme mit Mangas haben, einem modernen und zeitgemäßen Ausdrucksmedium."

Auch Pablo Yanover, Buchhändler bei BDNet in Paris, spricht von einer fehlenden Wertschätzung und einem Missverständnis gegenüber Manga. "Sie sehen Dragon Ball und Naruto, und ob das nun gut oder schlecht ist, ist gar nicht die Frage. Es zeigt nur, dass sie nicht über das hinausblicken, was ihnen bekannt ist."

Manga als Zugang zur Literatur

Obwohl die umstrittene Forderung nicht Teil des aktuellen Programms des RN für die Parlamentswahlen ist, bleibt die Sorge über die Einschränkung der kulturellen Offenheit bestehen. Stéphane Ferrand, Leiter von Vega, der Manga-Abteilung des Verlags Dupuis, betont die Bedeutung von Manga im Bildungsbereich. "Der Pass Culture hat viele junge Menschen zum Manga geführt, und wir beklagen uns nicht darüber. Es bringt die Kinder zum Lesen, was sie von den Bildschirmen wegführt. Es ist verwunderlich, dass man sich gegen etwas stellt, das junge Menschen zum Lesen motiviert. Wir sollten diese Wahlmöglichkeit nicht aufgrund subjektiver Ansichten über den Inhalt einschränken."

Eine potenzielle Einschränkung der kulturellen Vielfalt

Trotz der aktuellen politischen Unsicherheiten zeigt sich die Manga-Branche gelassen. Doch ein Verleger warnt davor, dass die Umsetzung dieser Forderung nach Ausschluss der Manga aus der Förderung durch den Pass Culture eine "offizielle" Kulturform zementieren und andere Kulturbereiche benachteiligen könnte.

Würde der RN tatsächlich die Manga aus dem Pass Culture entfernen, käme das einer kulturellen Zensur gleich – ein Schlag gegen die Vielfalt und Dynamik, die die moderne Kultur auszeichnet. Diese Diskussion verdeutlicht die Spannungen zwischen traditionellen und modernen Auffassungen von Kultur und wirft die Frage auf: Sollten wir nicht alle Ausdrucksformen, die junge Menschen zum Lesen und zur kulturellen Teilhabe anregen, unterstützen und wertschätzen?

@jeunesmacron « Le RN souhaite exclure les mangas du Pass Culture. » Le 30 juin et le 7 juillet, renseigne toi bien avant d’aller voter 🧐 • • • #politique #france #pourtoi #fyp #vote #culture #rn #bardella #macron #attal #legislative #manga ♬ son original - Les Jeunes avec Macron

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