Die französische Bauföderation FFB ruft ab dem 2. Juli 2025 zu Protesten auf – eine Reaktion auf die geplante, befristete Aussetzung von MaPrimeRénov’, dem staatlichen Förderprogramm für energetische Gebäudesanierungen. Ab dem 1. Juli soll das Programm ruhen, bis mindestens Mitte September. Für viele Betriebe in einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage könnte das zur existenziellen Bedrohung werden.
Gut 1.500 Mitglieder der FFB versammelten sich in Blois. Präsident Olivier Salleron ließ klar verlauten – es wird laute und sichtbare Aktionen geben. Tatsächlich haben die mitglieder nachdrücklich dafür gestimmt, politische Aufmerksamkeit zu erzwingen.
Schlag ins Kontor für Handwerk und Mittelstand
Salleron bringt es auf den Punkt: Viele Handwerksbetriebe ziehen einen großen Teil ihrer Aufträge aus MaPrimeRénov’ – die Aussetzung könnte „ein riesiges Loch in ihre Auftragsbücher reißen“. Es sei ein einseitiger Eingriff in ein funktionierendes System, noch dazu ohne Vorwarnung. Man stelle sich vor, eine Baustelle wird drei Wochen vor Baubeginn einfach geschlossen – so drastisch empfinden viele Unternehmer diesen Schritt.
Kettenreaktion droht
Die Prognosen sind düster: Ein Rückgang der Bauaufträge sei vorprogrammiert, verbunden mit befürchteten Personalkürzungen. Manche Handwerker rechnen gar mit einer 3–6-monatigen Flaute. Projekte verzögern sich ins nächste Jahr – die Folgen sind gravierend.
Und die Kunden? Viele Familien, die eigentlich ihren Wohnraum energetisch modernisieren wollten, dürften ihre Pläne jetzt verschieben oder ganz verwerfen. Ob sich das Vertrauen in staatliche Förderprogramme so leicht wiederherstellen lässt?
Forderung nach sofortiger Lösung
Die FFB will eine sofortige Wiederaufnahme oder zumindest eine schrittweise Weiterzahlung bestimmter Förderposten – beispielsweise für Heizungserneuerung oder Dämmmaßnahmen. Denn das laufende System, so Salleron, funktioniere gut: Es sei schlank, leicht zu überprüfen und effektiv gegen Betrugsversuche. Das Geld sei da – es müsse nur genutzt werden.
Der Verband argumentiert: Die bisherigen Mechanismen ermöglichen es, gezielt und wirksam zu fördern, ohne die Verwaltung zu überlasten. Genau das werde jetzt mit der Brechstange aufs Spiel gesetzt.
Regierung unter Druck
Die Regierung Bayrou begründet die Zwangspause mit der notwendigen Eindämmung von Missbrauch und administrativen Überlastungen. Bessere Regeln für den Neustart seien vorgesehen. Doch Kritiker aus dem Baugewerbe warnen – jede Unterbrechung treffe besonders einkommensschwache Haushalte und verzögere die dringend nötige ökologische Wende.
Und genau das könnte ein politischer Bumerang werden: Ein Programm, das eigentlich helfen soll, das Klima zu schützen und gleichzeitig Arbeitsplätze zu sichern, wird plötzlich zur Stolperfalle.
Eine energische Antwort des Baugewerbes, das um seine Zukunft ringt. Werden Regierung und Baubranche doch noch zusammenfinden?
Von C. Hatty