Kultur

Merkel-Porträt beschert dem Bode-Museum deutlich mehr Besucher

Seit der Präsentation des offiziellen Porträts von Angela Merkel zählt das Berliner Bode-Museum deutlich mehr Gäste. Bis zum 4. Oktober ist das Gemälde dort noch zu sehen.

Berlin – 31.08.2026: Das offizielle Porträt der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem Berliner Bode-Museum einen ungewöhnlich starken Besucherzustrom beschert. Das 2026 vollendete Gemälde des französisch-deutsch-kanadischen Künstlers Jérémie Queyras ist dort seit dem 1. Juli öffentlich ausgestellt. Die Präsentation endet am 4. Oktober; anschließend soll das Werk in die Kanzlergalerie des Bundeskanzleramts wechseln.

Seit der Eröffnung stieg die durchschnittliche tägliche Besucherzahl nach Angaben des Museums gegenüber dem Juni um 85 Prozent. Rund 900 Menschen kamen zuletzt pro Tag in das Haus auf der Museumsinsel. Viele Gäste erkundigen sich bereits am Eingang gezielt nach dem Merkel-Porträt. Für ein Museum, dessen Bestände vor allem Skulpturen, byzantinische Kunst und das Münzkabinett umfassen, ist dieser Zulauf bemerkenswert.

Das Bild zeigt Merkel im blauen Blazer vor einem hellen, goldbeigen Hintergrund. Queyras verzichtet auf die aus ihrer Amtszeit bekannte Handraute und eine demonstrativ staatstragende Inszenierung. Die frühere Kanzlerin erscheint zurückhaltend und vergleichsweise persönlich. Gerade diese Vertrautheit trägt offenbar zur Resonanz bei. Viele jüngere Gäste verbinden Merkel mit ihrer politischen Sozialisation und einer langen Phase der Kontinuität in Deutschland.

Merkel führte die Bundesregierung von November 2005 bis Dezember 2021 und war damit 16 Jahre im Amt. Ihre Kanzlerschaft umfasste die europäische Staatsschuldenkrise, die Entscheidungen während der Fluchtbewegung 2015, den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und die erste Phase der Corona-Pandemie. Seit ihrem Ausscheiden wird die Bilanz ihrer Regierungszeit mit wachsendem zeitlichem Abstand neu verhandelt.

Die Kanzlergalerie im Bundeskanzleramt versammelt Porträts der früheren Regierungschefs der Bundesrepublik. Mit Merkel wird erstmals eine Frau in diese Reihe aufgenommen. Die vorübergehende Präsentation im Bode-Museum verlegt den staatlichen Erinnerungsakt an einen öffentlichen Kunstort und macht das Werk einem breiteren Publikum zugänglich.

Dafür bietet das Museum einen aufschlussreichen Rahmen. In seinen Räumen begegnen Besucher den Bildnissen von Herrschern, Geistlichen und Angehörigen europäischer Eliten vergangener Jahrhunderte. Das Merkel-Porträt ergänzt diese Tradition um eine zeitgenössische Repräsentantin der parlamentarischen Demokratie. So verbindet die Ausstellung Kunstgeschichte mit der Frage, wie eine Republik ihre führenden Persönlichkeiten nach deren Amtszeit darstellt.

Der Besucheranstieg hat für die Staatlichen Museen zu Berlin einen praktischen Nebeneffekt: Wer wegen des Porträts kommt, durchquert weitere Ausstellungsräume und begegnet den regulären Beständen des Hauses. Das Gemälde bleibt bis zum 4. Oktober 2026 im Bode-Museum zu sehen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Staatliche Museen zu Berlin
  • Bode-Museum Berlin
  • Tagesschau

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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