Devighat – 27.08.2026: Nach einer verheerenden Sturzflut an der Grenze zwischen Nepal und der chinesischen Region Tibet haben die örtlichen Behörden mindestens 180 Todesopfer gemeldet. Mehr als 1.300 Menschen galten am Donnerstag weiterhin als vermisst. Wasser, Schlamm und Geröll hatten am Mittwoch, dem 26. August, Siedlungen, Verkehrswege und Gebäude in mehreren Tälern erfasst. Da zahlreiche Orte nur schwer erreichbar sind, könnte die Zahl der Opfer weiter steigen.
Auslöser war nach Angaben der Behörden ein Einsturz von Gletschereis im tibetischen Hochland. Die Flutwelle erreichte den Grenzraum mit großer Geschwindigkeit und traf auf nepalesischer Seite unter anderem Gebiete in den Distrikten Rasuwa und Nuwakot. Aufnahmen aus der Region zeigen zerstörte Straßen, verschüttete Häuser und Fahrzeuge, die unter Schlamm und Trümmern liegen. Auch Brücken und Versorgungsleitungen wurden beschädigt.
Die Angaben zu Toten und Vermissten werden von Rettungskräften, Polizei, Tourismusbehörden und örtlichen Verwaltungen fortlaufend abgeglichen. Das erklärt Abweichungen zwischen einzelnen Zwischenbilanzen. Besonders schwierig ist die Suche in abgelegenen Bergregionen, in denen Erdrutsche und Geröllmassen die Zufahrtsstraßen blockieren. Für Hubschrauber erschweren die Höhenlage und die Wetterbedingungen den Einsatz.
Unter den Vermissten befinden sich zahlreiche Reisende und Pilger aus dem Ausland. Das Nepal Tourism Board teilte mit, dass mindestens vier französische Staatsangehörige gesucht werden. Viele Betroffene waren auf Routen zum heiligen Berg Kailash unterwegs. Der in Tibet gelegene Berg besitzt für Hindus, Buddhisten, Jainas und Anhänger der Bön-Religion eine besondere religiöse Bedeutung und zieht Pilger aus zahlreichen Ländern an.
Nepals Einsatzkräfte haben die Suche mit Polizei, Armee, Hubschraubern und schwerem Gerät ausgeweitet. Nach Angaben des nepalesischen Roten Kreuzes verlagert sich die Arbeit in mehreren Orten bereits auf die Versorgung der Menschen, die ihre Häuser verloren haben. Rund 1.200 Bewohnerinnen und Bewohner aus mindestens drei Dörfern wurden demnach in Sicherheit gebracht oder benötigen Unterstützung. Strom- und Kommunikationsverbindungen sind örtlich weiterhin unterbrochen.
Auf tibetischer Seite erschwert ein aufgestauter See oberhalb des Grenzübergangs Gyirong die Arbeiten. Chinesische Behörden untersuchen dort die Gefahr weiterer Flutwellen und Erdrutsche. Die Straßen zum Grenzhafen wurden beschädigt; in Teilen der Umgebung liegt der Schlamm nach Behördenangaben mehr als eineinhalb Meter hoch. Der Grenzraum ist eine wichtige Verbindung für Handel, Trekkingreisen und Pilgerfahrten zwischen Nepal und Tibet.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Agence France-Presse
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).