Umwelt

Mindestens 362 Tote nach verheerenden Sturzfluten in Nepal und Tibet

Nach einem Eis- und Felssturz im Himalaya werden mehr als 1.300 Menschen vermisst. Unter ihnen sind nach Angaben des nepalesischen Tourismusamts vier französische Reisende.

Devighat – 27.08.2026: Nach den verheerenden Sturzfluten an der Grenze zwischen Nepal und dem chinesisch verwalteten Tibet ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf mindestens 362 gestiegen. Mehr als 1.300 Menschen werden nach Angaben der Behörden vermisst. Rettungskräfte durchsuchen zerstörte Siedlungen und Flussläufe; vielerorts sind Straßen unterbrochen und Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten.

Auslöser der Katastrophe am Mittwoch, 26. August 2026, war nach bisherigen Erkenntnissen ein Eis- und Felssturz in großer Höhe auf tibetischer Seite. Die dadurch ausgelöste Flut aus Wasser, Schlamm und Geröll raste durch die Täler in Richtung Nepal. Häuser, Brücken und Verkehrswege wurden mitgerissen oder verschüttet. Wie es zu dem Abbruch kam, wird noch untersucht.

Die Opferzahlen sind vorläufig. Nepals Polizei meldete am Donnerstag 359 Tote im Land, die chinesischen Behörden berichteten von drei Todesopfern in Tibet. Auch die Angaben zu den Vermissten können sich noch ändern. Wegen der zerstörten Verkehrs- und Kommunikationswege müssen Listen von Reiseveranstaltern, Sicherheitskräften und örtlichen Verwaltungen abgeglichen werden. In manchen Gebieten konnten Suchtrupps bislang kaum vordringen.

Unter den Vermissten befinden sich zahlreiche ausländische Reisende und Pilger. Das nepalesische Tourismusamt führt vier französische Staatsangehörige als vermisst. Das französische Außenministerium teilte Medien zufolge mit, zu mehreren Franzosen in der betroffenen Region bestehe noch kein Kontakt. Ob sie sich zum Zeitpunkt der Flut tatsächlich in den verwüsteten Gebieten aufhielten, war zunächst nicht abschließend geklärt.

Besonders schwer getroffen wurden Routen nahe der Grenze und im Umfeld des heiligen Berges Kailash. Die Region zieht im Sommer Trekkinggruppen, organisierte Reisegruppen sowie hinduistische und buddhistische Pilger an. Einige ausländische Besucher konnten nach nepalesischen Angaben mit Hubschraubern ausgeflogen werden. Die Suche nach weiteren Reisenden wird durch ausgefallene Telefonverbindungen und unpassierbare Straßen erschwert.

Zusätzliche Gefahr geht von einem neu entstandenen See im betroffenen Flusssystem aus. Die Behörden fürchten, dass ein plötzlicher Wasseraustritt erneut Schlamm und Geröll talwärts reißen könnte. Armee, Polizei und Rettungsdienste setzen Hubschrauber, schwere Maschinen und Suchtrupps ein. Lebensmittel, Trinkwasser und medizinische Güter gelangen jedoch nur eingeschränkt in abgelegene Orte.

Die Vereinten Nationen stellten zwei Millionen US-Dollar aus ihrem Nothilfefonds für medizinische Versorgung, Notunterkünfte und Trinkwasser bereit. Erste wissenschaftliche Auswertungen sprechen für eine außergewöhnlich schnelle und starke Flutwelle. Am Trishuli soll der Pegel binnen 30 Minuten um bis zu neun Meter gestiegen sein.

Quellen

  • Franceinfo
  • Associated Press
  • Le Monde
  • Agence France-Presse
  • TF1 Info

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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