Politik & Gesellschaft

Montpelliers Bürgermeister erklärt Patrick Bruel für unerwünscht

Bürgermeister Michaël Delafosse fordert Patrick Bruel auf, seine Tournee auszusetzen. Das für den 29. Oktober geplante Konzert in Montpellier ist bislang nicht abgesagt; der Sänger bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

Montpellier – 22.08.2026: Patrick Bruel ist nach den Worten von Montpelliers Bürgermeister Michaël Delafosse in der Stadt nicht willkommen. Der sozialistische Rathauschef reagierte damit auf das weiterhin für den 29. Oktober 2026 im Zénith Sud angekündigte Konzert des Sängers. Delafosse fordert Bruel auf, seine Tournee auszusetzen, solange die Justiz die gegen ihn erhobenen Vorwürfe prüft.

Der Auftritt steht seit Monaten im Veranstaltungskalender. Auf der Website des Zénith Sud wird Bruels Programm "Alors regarde 35" weiterhin für 20 Uhr angekündigt. Eine Absage war dort am Samstag nicht vermerkt. Wer bereits eine Eintrittskarte besitzt, muss daher vorerst davon ausgehen, dass das Konzert stattfindet. Über mögliche Rückerstattungen hat der Veranstalter bislang nichts mitgeteilt.

Der 67-jährige Sänger wurde am 10. Juni 2026 unter anderem wegen Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung, sexueller Übergriffe und sexueller Belästigung formell beschuldigt und unter richterliche Aufsicht gestellt. Die Ermittlungen betreffen Vorwürfe mehrerer Frauen. Nach Medienberichten sind inzwischen mehr als 30 Strafanzeigen eingegangen. Ob und in welchen Fällen es zu einem Prozess kommt, steht noch nicht fest; über die Anschuldigungen hat bislang kein Gericht entschieden.

Bruel weist sämtliche Vorwürfe zurück. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Seine Verteidigung hatte eine Lockerung der richterlichen Auflagen beantragt. Das Verbot, Frankreich zu verlassen, wurde am 21. Juli aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft von Nanterre legte dagegen Rechtsmittel ein. Die zuständige Kammer in Versailles befasste sich am 14. August mit dem Vorgang; ihre Entscheidung wurde für den 16. September angekündigt.

Delafosses Erklärung ist keine behördliche Absage des Konzerts. Der Bürgermeister kann den Künstler nicht allein aufgrund seiner politischen Forderung aus dem Programm des privat betriebenen Zénith Sud streichen. Sein Vorstoß erhöht jedoch den öffentlichen Druck auf Bruel, den Veranstalter und die Tourneeorganisation. Bereits im Mai hatte das Umfeld des Bürgermeisters eine Unterbrechung der Auftritte gefordert.

Die Wortmeldung aus dem Rathaus verbindet eine politische Position mit einem laufenden Strafverfahren. Delafosse will nach eigener Darstellung Frauen Anerkennung verschaffen, die sich mit Vorwürfen an die Justiz wenden. Zugleich ersetzt die Haltung der Stadt weder Ermittlungen noch eine gerichtliche Entscheidung. Auch die Bezeichnung Bruels als unerwünscht entfaltet für sich genommen keine rechtliche Wirkung.

Maßgeblich für Konzertbesucher bleibt deshalb der Stand beim Veranstalter: Das Zénith Sud führt den Auftritt am 29. Oktober weiterhin in seinem offiziellen Programm. Die nächste angekündigte juristische Entscheidung betrifft am 16. September die Lockerung von Bruels richterlicher Aufsicht.

Quellen

  • Franceinfo
  • Zénith Sud Montpellier
  • TF1 Info
  • Le Parisien
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).