Bordeaux – 27.08.2026: Kaum sind die schweren Waldbrände in der Gironde unter Kontrolle, beginnt für die regionale Forst- und Holzwirtschaft die nächste dringliche Arbeit. Auf knapp 42.000 Hektar betroffener Waldfläche müssen Eigentümer, Forstbetriebe und Verarbeiter feststellen, welche Kiefern noch genutzt werden können. Zunächst geht es um Sicherheit: Abgestorbene und instabile Stämme müssen gefällt werden, damit sie Beschäftigte und Besucher nicht gefährden.
Die erwarteten Holzmengen stellen die Branche vor eine außerordentliche logistische Aufgabe. Nach Angaben beteiligter Akteure könnten mehrere Millionen Tonnen aus den Brandgebieten anfallen. Lange lagern lässt sich das Material nicht. Hitzeeinwirkung, Feuchtigkeit und Schadinsekten können seine Qualität weiter mindern. Die Bestände werden deshalb erfasst, nach dem Grad der Beschädigung sortiert und möglichst rasch zu Lager- oder Verarbeitungsplätzen gebracht.
Ob ein Stamm noch als Bau- oder Industrieholz taugt, hängt von der Tiefe der Brandschäden ab. Kiefern mit lediglich verkohlter Rinde können je nach Qualität weiterverarbeitet werden. Stärker beeinträchtigtes Holz kommt eher für Spanplatten, Zellstoff oder als Energieträger infrage. Die Sägewerke können ihre Produktion allerdings nicht vollständig auf Brandholz umstellen: Für bestimmte Erzeugnisse benötigen sie weiterhin frisches Holz mit verlässlich gleichbleibenden Eigenschaften.
Die Präfektur der Gironde hat Vertreter der Forst- und Holzbranche sowie der Landwirtschaftskammer in Bordeaux zusammengebracht. Sie sollen die Schäden genauer bewerten, notwendige Sanierungseinschläge koordinieren und die wirtschaftliche Nutzung des geretteten Holzes organisieren. Eine belastbare Gesamtmenge lag bei dem Treffen noch nicht vor. Die außergewöhnliche Trockenheit erschwert zudem die Arbeit im Wald und erhöht die Anforderungen an den sicheren Einsatz schwerer Maschinen.
Für die Waldbesitzer drohen erhebliche Verluste. Brandgeschädigte Stämme erzielen gewöhnlich geringere Preise, während Einschlag, Abtransport und Lagerung kurzfristig hohe Ausgaben verursachen. Zugleich könnte ein plötzliches Überangebot die regionalen Absatzwege überfordern und die Preise zusätzlich belasten. Sägewerke, Zellstoffhersteller und andere Abnehmer können nur begrenzte Zusatzmengen aufnehmen. Bleibt verwertbares Holz zu lange liegen, sinkt sein Erlös weiter.
Parallel zur Bergung beginnt die Planung für die Wiederherstellung der Flächen. Das Agrarforschungsinstitut INRAE verweist darauf, dass die künftige Waldbewirtschaftung stärker auf Trockenheit, Hitze und Brandgefahr reagieren muss. Dabei geht es um Baumarten, Bewirtschaftungsformen und die Struktur größerer Bestände. Die unmittelbare Priorität bleibt jedoch die Sicherung des geschädigten Holzes: Je schneller es geprüft, sortiert und abtransportiert wird, desto größer ist der Anteil, der noch wirtschaftlich genutzt werden kann.
Quellen
- franceinfo
- Präfektur der Gironde
- INRAE
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).