Gesundheit

Nach den Waldbränden: Fachleute warnen vor psychischen Folgen für Einsatzkräfte

Nach den außergewöhnlich schweren Bränden der Saison rückt die seelische Belastung von Feuerwehrleuten und Betroffenen in den Fokus. Eine Feuerwehrkrankenpflegerin aus der Gironde warnt davor, dass Traumafolgen erst mit Verzögerung sichtbar werden können.

Bordeaux – 04.08.2026: Nach den außergewöhnlich schweren Wald- und Vegetationsbränden dieser Saison hat die Feuerwehrkrankenpflegerin und Psychopraktikerin Stéphanie Rossignol vor möglichen psychischen Langzeitfolgen für Einsatzkräfte und Betroffene gewarnt. In einem am 3. August ausgestrahlten Interview erklärte die Mitarbeiterin des Feuerwehr- und Rettungsdienstes SDIS 33, besonders Feuerwehrleute seien durch wiederholte Einsätze unter Extrembedingungen gefährdet.

Seelische Belastungen werden Rossignol zufolge nicht zwangsläufig während oder unmittelbar nach einem Einsatz sichtbar. Erinnerungen an das Erlebte, Schlafprobleme, starke Anspannung oder Vermeidungsverhalten können zeitversetzt auftreten. Solche Reaktionen bedeuten noch keine posttraumatische Belastungsstörung. Eine fachliche Abklärung ist jedoch ratsam, wenn die Beschwerden anhalten und Alltag, Arbeit oder soziale Beziehungen erheblich beeinträchtigen.

Die Warnung gilt ebenso für Menschen, die Brände unmittelbar erlebt haben, evakuiert wurden oder Schäden an ihrem Zuhause und Eigentum erlitten. Das französische Gesundheitsministerium weist darauf hin, dass Katastrophen neben körperlichen Verletzungen auch psychische Wunden hinterlassen können. Die Folgen reichen von akuten Stressreaktionen bis zu später auftretenden Erkrankungen. Psychologische Unterstützung gehört deshalb zur Notfallversorgung und kann über die unmittelbare Krisenphase hinaus erforderlich sein.

In Frankreich lassen sich nach besonders belastenden Ereignissen medizinisch-psychologische Notfallteams, sogenannte CUMP, aktivieren. Ihnen gehören speziell geschulte Psychiater, Psychologen und Pflegekräfte an. Sie begleiten Opfer, Angehörige und weitere Betroffene zunächst in der akuten Situation und vermitteln bei Bedarf eine längerfristige Versorgung.

Der Krisenmanagementexperte und frühere Feuerwehrmann Olivier Galichet ergänzte in derselben Sendung die Perspektive auf Großbrandeinsätze. Feuerwehrleute arbeiten dabei unter Zeitdruck, bei extremer Hitze und in dichtem Rauch. Sie müssen Evakuierungen unterstützen, Gefahren rasch bewerten und erleben mitunter Verletzungen, Zerstörung oder Todesfälle. Wiederholen sich solche Erfahrungen, kann sich die Belastung über mehrere Einsätze hinweg verstärken.

Die Weltgesundheitsorganisation unterscheidet zwischen verbreitetem psychischem Leid nach Katastrophen und klinischen Traumafolgestörungen. Viele Menschen erholen sich mit der Zeit, ein Teil entwickelt jedoch Angststörungen, Depressionen oder eine posttraumatische Belastungsstörung. Stabile soziale Beziehungen, verlässliche Unterstützung im Kollegenkreis und professionelle Hilfe können die Verarbeitung erleichtern.

Für die Feuerwehren ist daher eine Nachsorge nötig, die über einmalige Abschlussgespräche hinausgeht. Führungskräfte und medizinische Dienste sollten Warnzeichen erkennen, vertrauliche Gespräche ermöglichen und Betroffene an spezialisierte Stellen vermitteln. Voraussetzung dafür ist eine Arbeitskultur, in der psychische Beschwerden weder verschwiegen noch als persönliche Schwäche bewertet werden. Das Gesundheitsministerium führt die psychologische Notfallhilfe ausdrücklich als Bestandteil der Versorgung nach traumatischen Ereignissen.

Quellen

  • Franceinfo: Interview mit Stéphanie Rossignol und Olivier Galichet vom 03.08.2026
  • Französisches Gesundheitsministerium: Medizinisch-psychologische Notfallteams
  • Weltgesundheitsorganisation: Psychische Gesundheit in Notlagen

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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