Alle Artikel · 22.12.2021 12:30
Omikron: Warum versetzt diese Variante die Welt in Panik?
Die Omikron-Variante viele Menschen in Frankreich und der ganzen Welt. Auch wenn die Wissenschaftler jeden Tag mehr über diese Variante herausfinden, gibt es immer noch viele offene Fragen. Weniger als einen Monat nach ihrer...
Die Omikron-Variante viele Menschen in Frankreich und der ganzen Welt. Auch wenn die Wissenschaftler jeden Tag mehr über diese Variante herausfinden, gibt es immer noch viele offene Fragen.
Weniger als einen Monat nach ihrer Entdeckung hat sich die Omikron-Variante bereits über die ganze Welt verbreitet. In Europa ist die Delta-Variante zwar immer noch dominant, könnte aber schon Anfang 2022 durch die neue Variante abgelöst werden.
Woher kommt Omikron?
Am 24. November wurde Omikron zum ersten Mal in Südafrika gemeldet. Bereits am 14. Dezember waren vier erste Fälle in Botswana festgestellt worden. Die weltweite Ausbreitung könnte allerdings bereits Ende Oktober begonnen haben, der genaue Ursprung der Variante B.1.1.529, dem wissenschaftlichen Namen von Omikron, ist noch nicht geklärt.
Was sind die speziellen Merkmale?
Omikron weist 50 Mutationen auf, darunter 32 Mutationen im Spike-Protein, das dem Virus als Greifhaken dient, um in die Zellen des Wirts einzudringen. Nie zuvor wurden so viele Mutationen festgestellt. Zum Vergleich: Die Delta-Variante weist nur 9 Mutationen des Spike-Proteins auf. Omikron "vermehrt sich in unseren Zellen 70-mal schneller", sagte Gesundheitsminister Olivier Véran.
Warum ist Omikron ansteckender?
Die Anzahl der Omikron-Fälle verdoppelt sich alle 1,5 bis 3 Tage statt 10 bis 12 Tage bei der Delta-Variante. Mit seinen 32 Mutationen des Spike-Proteins ist Omicron übertragbarer und kann mehr Menschen anstecken. Es hat einen "substanziellen Wachstumsvorteil" gegenüber Delta, so die WHO, die allerdings eine so schnelle Wachstumsrate der Variante auch nicht im Detail erklären kann.
Ist Omikron gefährlich?
"Es gibt immer noch begrenzte Daten über die klinische Schwere von Omikron", sagt die WHO. Für Infektiologen gibt es zur Zeit keine Anhaltspunkte dafür, dass Omikron weniger gefährlich ist als die Delta-Variante. In Südafrika - wo die Bevölkerung jünger ist als in Europa - ist die Zahl der positiven Fälle zwar sehr hoch, aber die Krankenhauseinweisungen und Todesfälle steigen nicht im gleichen Tempo.
Hat Omikron Patienten getötet?
In Frankreich ist bisher noch kein Patient an der Omikron-Variante gestorben. Das Vereinigte Königreich meldete am Montag den Tod von 12 Personen.
Wie wird Omikron übertragen?
Die Omikron-Variante wird auf die gleiche Weise wie die vorherigen Varianten durch Aerosole übertragen, die beim Sprechen, Niesen oder Husten in die Umgebungsluft geraten.
Was sind Symptome einer Omikron-Ansteckung?
Zu den Symptomen gehören ein Kratzen im Hals, eine verstopfte Nase und Kopfschmerzen, so eine Discovery-Studie, die 211.000 Tests in Südafrika durchgeführt hat. Die Symptome verschwanden im Durchschnitt innerhalb von drei Tagen. Nachtschweiß oder auch trockener Husten, Müdigkeit und Muskelschmerzen wurden ebenfalls symptomatische Beschwerden festgestellt. Sie sind aber manchmal schwer von den Symptomen einer Erkältung zu unterscheiden.
Ändern sich die Quarantäne-Regeln bei Omikron?
Die Regeln für die Isolation haben sich für Omikron seit dem 13. Dezember geändert. Zu den neuen Maßnahmen gehört die 17-tägige Isolierung von Kontaktpersonen einer Person, die sich mit der neuen Variante infiziert hat.
Können sich auch Genesene mit Omikron anstecken?
Man kann sich mit der Omikron-Variante infizieren, "auch wenn man aufgrund einer früheren Infektion mit Covid-19 oder nach einer Impfung gegen Covid-19 eine gewisse natürliche Immunität entwickelt hat", sagt die WHO. Es ist sogar möglich, sich gleichzeitig mit der Delta-Variante und der Omikron-Variante zu infizieren, das gilt allerdings als sehr selten.
Sind die Impfungen wirksam?
Ein bis drei Monate nach der Auffrischungsdosis sind die Antikörper der Geimpften in der Lage, die Omicron-Variante zu neutralisieren. Fünf Monate danach sinkt die Anzahl der Antikörper und reicht nicht mehr aus, um Omikron zu neutralisieren. BioNTech CEO Ugur Sahin schätzt die Wirksamkeit der Auffrischungsdosis des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs gegen Omicron auf 70 bis 75%. Für das ursprüngliche Virus liegt diese Wirksamkeit bei 95%. Moderna gibt keine Zahlen bekannt, aber in einer Pressemitteilung heißt es, dass die Auffrischungsdosis "die neutralisierenden Antikörperwerte im Vergleich zu den vorherigen Werten um das 37-fache steigern kann".
Ist es notwendig, einen neuen Impfstoff gegen Omicron zu entwickeln?
Moderna plant, "innerhalb weniger Monate" einen spezifischen Impfstoff gegen Omikron zu entwickeln. Der Vizepräsident des Unternehmens, Dan Stoner, kündigte am Dienstag auf RTL an, dass "die klinischen Studien Anfang nächsten Jahres beginnen werden". Pfizer arbeitet auch an einem speziellen Impfstoff. Er könnte den US-Gesundheitsbehörden im März 2022 vorgelegt werden.
Können Covid-Tests Omikron nachweisen?
Mit PCR-Tests kann die Omikron-Variante durch Sequenzierung nachgewiesen werden, versichert die Weltgesundheitsorganisation.
Wie viele Patienten gibt es in Frankreich?
748 Fälle von Patienten, die sich mit der Omikron-Variante infiziert haben, wurden in Frankreich nachgewiesen, so die neuesten Zahlen von Santé publique France vom 20. Dezember. Die Dunkelziffer scheint jedoch serh hoch zu sein. Beweis für die extrem schnelle Verbreitung: In Paris steht bereits einer von drei positiven Fällen mit Omikron in Verbindung.
Wann wird Omikron in Frankreich dominant sein?
Die Omikron-Variante könnte laut der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, bis Mitte Januar in Europa dominant werden. Sie wäre dann weiter verbreitet als die Delta-Variante.
In welchen Ländern ist Omikron bereits dominant?
Omikron wurde bereits in 89 Ländern der Welt nachgewiesen. In den USA macht es mittlerweile 73,2% der Neuinfektionen aus. Auch Dänemark hat bekannt gegeben, dass Omikron dort inzwischen zur dominierenden Variante geworden ist.
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