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Aktuell · 12.07.2026 08:45

Parcoursup: 126.652 Bewerber warten weiter auf einen Studienplatz

Nach dem Ende der Hauptzulassungsphase von Parcoursup haben 126.652 Bewerber noch keine Zulassung erhalten. Die Zahl umfasst nicht nur Abiturienten, sondern auch Studienwechsler und Bewerber aus dem Ausland.

Paris – 12.07.2026: Nach Abschluss der Hauptzulassungsphase auf der französischen Hochschulplattform Parcoursup haben 126.652 Bewerber noch keine Zulassung für das Studienjahr 2026/27 erhalten. Die am Samstag veröffentlichten amtlichen Daten relativieren zugleich die verbreitete Darstellung, es handle sich ausschließlich um Abiturienten: Erfasst werden auch Studienwechsler sowie Kandidaten, die außerhalb Frankreichs zur Schule gehen.

Insgesamt hatten 908.974 Personen mindestens einen Wunsch auf Parcoursup bestätigt. Davon erhielten 745.602 mindestens ein Zulassungsangebot. Weitere 36.720 Kandidaten verließen die Plattform, bevor sie ein Angebot bekamen. Rechnerisch verblieben damit 126.652 Bewerber ohne Zusage. Die Zahl beschreibt folglich den Stand am Ende der Hauptphase, nicht die endgültige Zahl derjenigen ohne Perspektive für den Herbst.

Unter den 660.399 Schülern der Abschlussklassen erhielten 576.749 mindestens ein Angebot. Bei 206.038 Studienwechslern lag die Zahl bei 152.351, bei 42.537 im Ausland beschulten Bewerbern bei 16.502. Die amtliche Statistik unterscheidet diese Gruppen ausdrücklich, weil ihre Zugangswege und die jeweils verfügbaren Studienangebote unterschiedlich sind. Bewerber in beruflicher Neuorientierung werden in der Übersicht nicht berücksichtigt.

Die reguläre Phase lief vom 2. Juni bis zum 11. Juli 2026. Wartelisten aus dieser Phase werden nun archiviert; in Ausnahmefällen können frei werdende Plätze jedoch weiterhin an Bewerber auf den Listen vergeben werden. Für bereits zugelassene Kandidaten beginnt damit vor allem die administrative Einschreibung an der gewählten Hochschule oder Fachschule.

Für Bewerber ohne Angebot bleibt die ergänzende Zulassungsphase der entscheidende Weg. Dort können bis zum 8. September neue Wünsche für Studiengänge mit noch freien Plätzen eingereicht werden; die letzten Angebote sollen am 10. September versandt werden. Das Verfahren steht auch Personen offen, die zunächst nur Absagen von selektiven Einrichtungen erhalten hatten oder deren Wünsche in der Hauptphase sämtlich auf Wartelisten standen.

Seit dem 1. Juli können Kandidaten ohne Zulassungsangebot zudem die akademischen Zugangskommissionen, die sogenannten CAES, einschalten. Diese von den Rektoren geleiteten Stellen prüfen individuelle Dossiers und sollen Angebote vermitteln, die dem bisherigen Studienprojekt und den noch vorhandenen Kapazitäten möglichst nahekommen. Am 11. Juli hatten 6.547 Bewerber aus den drei statistischen Gruppen eine solche Unterstützung beantragt.

Die hohe Restzahl verweist damit weniger auf einen einheitlichen Ausschluss von Abiturienten als auf die Größe und Heterogenität des Verfahrens. Für die betroffenen jungen Menschen bleibt die Lage dennoch zeitkritisch: Erst die ergänzende Phase, mögliche Nachrückbewegungen und die Arbeit der CAES werden zeigen, wie viele Bewerber bis zum Beginn des Studienjahres tatsächlich ohne Ausbildungsplatz bleiben.

Quellen

  • Ministerium für Hochschulbildung, Forschung und Raumfahrt: Parcoursup-Statistik vom 11. Juli 2026
  • Parcoursup: Informationen zu Zulassungen, Wartelisten und ergänzender Phase
  • Franceinfo

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