Paris – 22.08.2026: Die Pariser Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen mutmaßlichen Cybermobbings und verbreiteter Todesdrohungen gegen Gisèle Journo aufgenommen. Die Leiterin der Influencer-Agentur Gisèle Paris war einem größeren Publikum durch Auftritte in den August-Videos der französischen Influencerin Léna Situations bekannt geworden. Das Verfahren richtet sich gegen Unbekannt.
Zuständig ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft das nationale Zentrum zur Bekämpfung von Online-Hass. Mit den Ermittlungen wurde die Brigade zur Bekämpfung von Straftaten gegen Personen betraut. Untersucht werden digitales Mobbing und schriftlich oder bildlich verbreitete Todesdrohungen, bei denen ein antisemitisches Motiv im Raum steht. Die Ermittler müssen nun feststellen, welche Beiträge strafrechtlich relevant sind und wer sie veröffentlicht oder weiterverbreitet hat.
Journos Anwälte beschreiben die Angriffe als besonders schwere Kampagne gegen ihre Mandantin und deren Agentur. Im Netz seien Todesdrohungen, antisemitische und sexistische Beleidigungen sowie Aufrufe zum Hass verbreitet worden. Die Staatsanwaltschaft nannte bislang weder einzelne Konten noch mögliche Tatverdächtige. Auch zu Umfang und Dauer der Anfeindungen machte sie keine näheren Angaben.
Der Auseinandersetzung vorausgegangen waren ältere Inhalte, die Journo über ihre persönlichen Konten geteilt hatte. Nutzer warfen ihr vor, damit Unterstützung für die israelische Armee ausgedrückt zu haben. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt der Streit, nachdem die französische Europaabgeordnete Rima Hassan öffentlich zum Boykott der Agentur aufgerufen hatte. Die Debatte verlagerte sich daraufhin von der Kritik an Journos Beiträgen zu massiven persönlichen Angriffen.
Gisèle Paris erklärte, die Agentur habe den Tod palästinensischer Zivilisten zu keinem Zeitpunkt unterstützt oder gebilligt. Zugleich räumte sie ein, dass die geteilten Inhalte angesichts des Krieges in Gaza Menschen verletzt haben könnten. Gegenstand des Ermittlungsverfahrens sind jedoch nicht diese Veröffentlichungen, sondern die anschließend gegen Journo gerichteten Nachrichten und Drohungen.
Léna Situations hat sich den vorliegenden Berichten zufolge nicht öffentlich zu dem Vorgang geäußert. Diskutiert wurde allerdings, dass sie Rima Hassans Beitrag mit einem Gefällt-mir-Signal versehen hatte. Der ebenfalls in den Ferienvideos auftretende Webvideoproduzent Sundy Jules machte Journo in späteren Aufnahmen durch die Unkenntlichmachung ihres Gesichts weniger erkennbar. Mehrere mit Gisèle Paris verbundene Influencer distanzierten sich laut Medienberichten von der Agentur.
Kritik an öffentlichen Äußerungen und Boykottaufrufe sind rechtlich von Beleidigungen, antisemitischen Hassbotschaften und Todesdrohungen zu unterscheiden. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht deshalb die Urheberschaft jener Beiträge, die nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft als Cybermobbing oder Drohung strafbar sein könnten.
Quellen
- Franceinfo
- AFP via Boursorama
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).