Politik & Gesellschaft

Pistole aus dem Annecy-See wird im Fall Chevaline untersucht

Eine im Annecy-See gefundene Luger-Pistole wird darauf untersucht, ob sie mit dem vierfachen Mord bei Chevaline im Jahr 2012 zusammenhängt.

Annecy – 31.08.2026: Eine aus dem Annecy-See geborgene Luger-Pistole wird auf einen möglichen Zusammenhang mit dem bis heute ungeklärten vierfachen Mord bei Chevaline untersucht. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Nanterre bestätigte am Montag entsprechende Ermittlungen. Ob die Waffe bei der Tat eingesetzt wurde, ist offen und muss durch kriminaltechnische Analysen geklärt werden.

Britische Urlauber hatten die Pistole französischen Medienberichten zufolge am 20. August beim Baden aus dem See geholt. Anschließend wurde sie den Ermittlungsbehörden übergeben. Der Verdacht einer möglichen Verbindung beruht zunächst auf der Ähnlichkeit des Fundstücks mit jenem Waffentyp, der seit Beginn des Verfahrens als wichtige Spur gilt.

Zuständig ist der auf ungelöste schwere Verbrechen spezialisierte Justizbereich in Nanterre, bei dem das Verfahren seit September 2022 liegt. Die Ermittler prüfen nun Zustand und Herkunft der Pistole sowie mögliche Spuren an der Waffe. Nach längerer Zeit im Wasser dürfte die Auswertung anspruchsvoll sein. Eine technische Übereinstimmung des Modells allein wäre kein Nachweis dafür, dass die Pistole am Tatort verwendet wurde.

Am 5. September 2012 waren auf einer Waldstraße bei Chevaline in Hochsavoyen vier Menschen erschossen worden: der Brite Saad al-Hilli, seine Ehefrau Iqbal al-Hilli, deren Mutter Suhaila al-Allaf und der französische Radfahrer Sylvain Mollier. Zwei Töchter des Ehepaars überlebten den Angriff. Die ältere wurde schwer verletzt, die jüngere blieb körperlich unversehrt, nachdem sie sich im Fahrzeug verborgen hatte.

Die Tat ist trotz umfangreicher Ermittlungen und zahlreicher geprüfter Spuren nicht aufgeklärt. Ballistische Erkenntnisse deuteten Medienberichten zufolge auf eine Pistole des Typs Luger hin. Der Fund aus dem Annecy-See könnte deshalb Bedeutung erlangen, falls Sachverständige eine belastbare Verbindung zu den Spuren vom Tatort oder zu den damals abgefeuerten Projektilen herstellen.

Die Staatsanwaltschaft hat bislang weder bestätigt, dass es sich um die Tatwaffe handelt, noch Ergebnisse einer ballistischen Untersuchung mitgeteilt. Auch zur voraussichtlichen Dauer der Expertise gibt es keine Angaben. Der Waffenfund liefert zudem für sich genommen keinen Hinweis auf einen möglichen Täter oder ein Tatmotiv.

Für die Ermittler ist die Pistole damit eine konkrete, aber noch unbewertete Spur in einem seit fast 14 Jahren ungelösten Verfahren. Erst die forensische Auswertung kann klären, ob die Waffe für den Mordfall relevant ist oder unabhängig davon in den See gelangte. Bis zu einem belastbaren Ergebnis bleibt der vierfache Mord bei Chevaline ungeklärt.

Quellen

  • Franceinfo mit Agence France-Presse
  • TF1 Info mit Agence France-Presse
  • Le Parisien mit Agence France-Presse

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).