Konotopie – 18.08.2026: Im zentralpolnischen Dorf Konotopie nahe Toruń ist am 15. August Europas höchste Marienstatue geweiht worden. Das 55,6 Meter hohe Monument der Muttergottes der Barmherzigkeit wurde an Mariä Himmelfahrt während einer Messe unter Leitung von Bischof Krzysztof Wętkowski seiner religiösen Bestimmung übergeben.
Die Statue steht neben dem Sanktuarium der Schmerzensmutter, das bereits als regionaler Wallfahrtsort dient. Sie überragt den Cristo Redentor in Rio de Janeiro, der einschließlich seines Sockels rund 38,5 Meter misst. Den weltweiten Höhenrekord hält das polnische Bauwerk jedoch nicht: Die Marienstatue Mother of All Asia auf den Philippinen erreicht mit ihrer Gesamtkonstruktion mehr als 98 Meter.
Entworfen wurde die Anlage vom Bildhauer Adam Jakub Matejkowski. Die Bauarbeiten begannen 2025. Nach Angaben von Euronews wurden für das Monument etwa 2.500 Kubikmeter Beton verarbeitet. Im Inneren ist ein Aufzug geplant, der Besucher zu einer Aussichtsplattform bringen soll. Parkplätze, Grünflächen und weitere Einrichtungen gehören ebenfalls zu dem weitläufigen Komplex.
Finanziert wurde das Projekt nach übereinstimmenden Medienberichten vom Unternehmer Roman Karkosik und seiner Frau Grażyna. Das Ehepaar versteht die Statue als Zeichen persönlicher Dankbarkeit und als religiöse Gabe für Polen und Europa. Die Kosten werden auf rund 100 Millionen Zloty geschätzt, umgerechnet etwa 23 Millionen Euro. Karkosik ist eng mit dem polnischen Industriekonzern Boryszew verbunden.
Konotopie zählt nur rund 120 Einwohner. Schon vor der offiziellen Weihe kamen Pilger und Schaulustige in den Ort. Von der polnischen Landesstraße 10 ist die helle Statue weithin sichtbar. Kommunale Vertreter hoffen auf zusätzliche Einnahmen durch den Besucherstrom. Zugleich wächst der Bedarf an besseren Zufahrten, Gehwegen, Parkmöglichkeiten und einer verlässlichen Verkehrslenkung.
Die außergewöhnlich hohe private Investition stößt nicht überall auf Zustimmung. AFP berichtete bereits im Juli von Anwohnern, die sich wirtschaftliche Impulse für die ländliche Umgebung versprechen. Kritiker halten dem entgegen, dass ein Betrag dieser Größenordnung auch Krankenhäusern, Kinderheimen oder anderen sozialen Einrichtungen hätte zugutekommen können.
Die katholische Pfarrei im benachbarten Kikół hebt dagegen den geistlichen Charakter des Bauwerks hervor. Es soll an die tief verwurzelte Marienverehrung in Polen anknüpfen und Gläubigen einen Ort des Gebets bieten. Seit der Weihe am 15. August gehört das Monument offiziell zum Wallfahrtsort Konotopie.
Quellen
- Franceinfo
- Euronews Polska
- AFP
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).