Paris – 21.07.2026: Unter der Bezeichnung PTC kursierende Produkte bleiben ein ernstes Gesundheitsrisiko. Eine aktuelle Auswertung der Französischen Beobachtungsstelle für Drogen und Suchtverhalten verweist auf E-Liquids, die in der Region Ile-de-France als PTC, Spleen oder Buddha Blue verkauft werden und synthetische Cannabinoide enthalten können. Die Stoffe ahmen Cannabiswirkungen nach, sind chemisch jedoch nicht mit natürlichem Cannabis gleichzusetzen.
PTC ist eine umgangssprachliche Verkaufsbezeichnung, keine eindeutige Stoffbezeichnung. Gerade das macht die Gefahr groß: Zusammensetzung, Konzentration und mögliche Beimischungen können sich von Produkt zu Produkt deutlich unterscheiden. Konsumierende wissen daher häufig nicht, welche Substanzen sie inhalieren. Die Produkte werden vor allem als Flüssigkeiten für E-Zigaretten angeboten, können aber auch auf pflanzliche Mischungen aufgebracht oder als Pulver verkauft werden.
Die zuständige Informationsstelle Drogues Info Service warnt, dass synthetische Cannabinoide stärker, riskanter und suchtfördernder sein können als natürliches Cannabis. Zu den möglichen akuten Folgen zählen Angstzustände, starke Unruhe, Verwirrtheit, Halluzinationen, Erbrechen und Krampfanfälle. Ebenso sind Herz-Kreislauf-Beschwerden wie Herzrasen, Brustschmerzen oder Blutdruckabfall beschrieben. In besonders schweren Fällen kann es zu Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma kommen.
Die gesundheitliche Lage wird zusätzlich dadurch erschwert, dass handelsübliche Drogenschnelltests solche Stoffe oft nicht erfassen. Das Fehlen eines positiven Standardtests schließt eine Vergiftung durch synthetische Cannabinoide daher nicht aus. Fachleute betonen außerdem, dass manche Erzeugnisse unter Bezeichnungen verkauft werden, die einen Bezug zu CBD oder Cannabis nahelegen, obwohl ihre tatsächliche Zusammensetzung davon erheblich abweichen kann.
Die am 15. Juli veröffentlichte regionale Trendanalyse des OFDT nennt PTC ausdrücklich im Zusammenhang mit E-Liquids und synthetischen Cannabinoiden. Bereits toxikologische Untersuchungen hatten akute Vergiftungen in Ile-de-France mit solchen Produkten in Verbindung gebracht. Die Beobachtungsstelle stützt sich dabei unter anderem auf das SINTES-System, das psychoaktive Produkte chemisch untersucht und Entwicklungen auf dem illegalen Markt dokumentiert.
Bei Unwohlsein nach dem Konsum eines unbekannten E-Liquids oder anderer mutmaßlich synthetischer Cannabinoide sollte unverzüglich medizinische Hilfe angefordert werden. Besonders bei Bewusstseinsstörungen, Krämpfen, Atemproblemen, starken Schmerzen oder ausgeprägter Verwirrtheit ist in Frankreich der Notruf 15 oder 112 zu wählen. Betroffene sollten nicht allein gelassen werden und keine weiteren Substanzen, auch keinen Alkohol, konsumieren.
Die jüngsten Hinweise unterstreichen, dass PTC keine kontrollierte oder verlässlich dosierbare Ware bezeichnet. Für Prävention, Eltern, Schulen und medizinische Dienste ist entscheidend, die Produkte nicht als harmlose Variante von Cannabis oder als gewöhnliches Vape-Liquid einzuordnen. Die Risiken entstehen gerade aus der unbekannten chemischen Zusammensetzung, der möglichen hohen Wirkstärke und der schnellen Aufnahme beim Inhalieren.
Quellen
- Franceinfo
- Französische Beobachtungsstelle für Drogen und Suchtverhalten (OFDT)
- Drogues Info Service
- SINTES-System
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).