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Aktuell · 12.07.2026 13:00

Rajoys Aussage über Frankreichs Team löst parteiuebergreifende Kritik aus

Der fruehere spanische Ministerpraesident Mariano Rajoy hat die französische Fussballnationalmannschaft vor dem WM-Halbfinale gegen Spanien als Kader ohne Franzosen bezeichnet. In Frankreich und Spanien folgten scharfe politische Reaktionen.

Paris – 12.07.2026: Eine Kolumne des frueheren spanischen Ministerpraesidenten Mariano Rajoy hat in Frankreich parteiuebergreifend Empoerung ausgeloest. Rajoy schrieb vor dem Halbfinale der Fussball-Weltmeisterschaft zwischen Frankreich und Spanien am 14.07.2026, Frankreich verfuege zwar über einen Kader von hohem Niveau, jedoch ohne Franzosen. Die Aussage wird in beiden Laendern als rassistisch bewertet, weil sie die Staatsangehoerigkeit französischer Spieler wegen ihrer Herkunft oder ihres Aussehens infrage stellt.

Rajoy, der Spanien von Dezember 2011 bis Juni 2018 regierte und der konservativen Partido Popular angehoert, hatte seinen Beitrag am 10.07.2026 im spanischen Medium El Debate veroeffentlicht. Darin kommentierte er den Einzug Spaniens ins Halbfinale und bezeichnete Frankreich zugleich als besonders starken Gegner. Seine Bemerkung knuepft an eine seit Jahrzehnten wiederkehrende Debatte über nationale Zugehoerigkeit, Migration und die Sichtbarkeit von Spielern mit familiären Wurzeln ausserhalb Europas an.

Der Vorsitzende der Parti socialiste, Olivier Faure, widersprach Rajoy mit dem Hinweis, dass die französische Auswahl ausschliesslich aus Franzosen bestehe. Frankreich verstehe sich nicht als ethnisch definierte Nation, sondern als politische Gemeinschaft auf der Grundlage republikanischer Prinzipien. Der kommunistische Parteichef Fabien Roussel sprach von unverhohlenem Rassismus. Damit reagierten Vertreter unterschiedlicher politischer Lager auf einen Vorgang, der den Sport erneut mit den Konflikten um Identitaet und Zugehoerigkeit verbindet.

Auch Mitglieder der Regierung schlossen sich der Kritik an. Die Ministerin für die Ueberseegebiete, Naima Moutchou, wertete die Aussage als Teil wiederkehrender rassistischer Angriffe auf die Nationalmannschaft und regte rechtliche Schritte durch den Französischen Fussballverband an. Die für die Bekaempfung von Diskriminierung zustaendige Ministerin Aurore Berge forderte, sportliche Leistung wieder ins Zentrum zu stellen. Innenminister Laurent Nunez nannte Rajoys Bemerkung in einer Fernsehaeusserung unzulaessig.

Die französische Botschaft in Madrid stellte den Sachverhalt mit konkreten Zahlen klar: Alle 26 Spieler des Kaders besitzen die französische Staatsangehoerigkeit; 23 wurden in Frankreich geboren, drei im Ausland. Diese Feststellung verweist auf den rechtlichen Kern der Kontroverse. Die Auswahlberechtigung im internationalen Fussball beruht auf Staatsangehoerigkeit und den Regeln des Weltverbandes, nicht auf ethnischer Abstammung, Hautfarbe oder der Herkunft der Eltern.

Auch in Spanien blieb Rajoys Beitrag nicht unwidersprochen. Verkehrsminister Oscar Puente griff den ehemaligen Regierungschef scharf an und kritisierte dessen politische und sprachliche Zuspitzung. Die Kontroverse erhaelt dadurch eine über den Fussball hinausgehende Bedeutung: Sie beruehrt den Umgang beider europaeischer Gesellschaften mit pluralen nationalen Identitaeten. Das Halbfinale am 14.07.2026 ist sportlich noch nicht entschieden; die politische Debatte über Rajoys Aussagen hat dagegen bereits eine klare Grenze markiert.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • El Pais
  • 20 Minutes

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