Paris – 02.09.2026: Zum Schulstart in Frankreich greifen immer mehr Familien auf gebrauchte Waren zurück. Kleidung, Bücher, Spielzeug und kleinere Ausstattungsgegenstände finden sie in Secondhand-Läden oder bei Einrichtungen von Emmaüs. Der Trend fällt in eine Phase, in der die Kosten für das neue Schuljahr viele Haushalte stark belasten.
Nach einer Erhebung von CSA Research für den Finanzdienstleister Cofidis planen Eltern 2026 durchschnittlich 488 Euro für den Schulbeginn ein. Das sind 79 Euro mehr als im Vorjahr. Der Mittelwert verdeckt allerdings erhebliche Unterschiede: Der Median liegt bei 260 Euro. Die eine Hälfte der befragten Eltern veranschlagt also weniger als diesen Betrag, die andere mehr.
56 Prozent der Eltern sorgen sich regelmäßig, nicht genügend Geld für sämtliche Ausgaben zum Schulbeginn zu haben. 46 Prozent geben an, mit diesen Kosten finanziell nicht zurechtzukommen. Besonders angespannt ist die Lage der Erhebung zufolge bei Eltern unter 35 Jahren und bei Haushalten mit geringeren Einkommen. Befragt wurden online 357 Eltern schulpflichtiger Kinder zwischen dem 29. Mai und dem 8. Juni 2026.
Gebrauchte Waren sind Teil mehrerer Sparstrategien. 45 Prozent der Befragten wollen sich auf notwendige Anschaffungen beschränken, 44 Prozent Gegenstände aus dem Vorjahr weiterverwenden. 41 Prozent planen Secondhand-Käufe; gegenüber 2025 ist ihr Anteil um acht Prozentpunkte gestiegen. Am häufigsten wollen Eltern bei Kleidung sparen.
Emmaüs betreibt Verkaufsstellen im ganzen Land und bietet über die Plattform Label Emmaüs auch Waren im Internet an. Verkauft werden unter anderem gespendete Kleidung, Schuhe, Bücher, Spielwaren und Haushaltsgegenstände. Im Pariser Einkaufszentrum Forum des Halles führt Emmaüs Campüs beispielsweise Kleidung, Zubehör, Bücher und Spielzeug. Die Einrichtungen verbinden den Wiederverkauf mit sozialer Unterstützung und Beschäftigungsangeboten.
Eine Ende August veröffentlichte Untersuchung des Emmaüs-Observatoriums zu knappen Haushaltsbudgets beschreibt den Schulbeginn als besonders belastende Zeit für Familien mit geringem Einkommen. Befragte berichteten, dass sie Preise verglichen, Sonderangebote nutzten, vorhandene Sachen neu sortierten und Gegenstände aus dem persönlichen Umfeld übernahmen. Die staatliche Schulbeihilfe ist für viele von ihnen ein wesentlicher Teil der Finanzierung.
Der gestiegene Durchschnittsbetrag bedeutet daher nicht, dass alle Familien mehr kaufen. Manche verschieben Anschaffungen, verwenden Materialien länger oder wählen gebrauchte Artikel. Vor allem bei Kleidung und Büchern kann Secondhand die Rechnung senken. Unvermeidbare Ausgaben für Hefte, Transport, Verpflegung und weitere Leistungen des Schulalltags bleiben jedoch bestehen.
Quellen
- Franceinfo
- Cofidis und CSA Research
- Emmaüs France
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).