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Tate-Brüder wollen Auslieferung an Großbritannien anfechten

Andrew und Tristan Tate bleiben nach ihrer Festnahme in Miami in US-Gewahrsam. Die britische Staatsanwaltschaft strebt ihre Auslieferung wegen zahlreicher Anklagepunkte an; die Verteidigung weist die Vorwürfe zurück und spricht von politischen Motiven.

Miami – 22.07.2026: Andrew und Tristan Tate wollen ihre Auslieferung aus den Vereinigten Staaten nach Großbritannien juristisch bekämpfen. Die beiden Social-Media-Unternehmer waren am 18. Juli in Miami auf Antrag britischer Behörden festgenommen worden. Bei ihrem ersten Auftritt vor einem Bundesgericht am 20. Juli blieben sie in Bundesgewahrsam. Eine weitere Anhörung ist für den 27. Juli angesetzt.

Ihr Anwalt Joseph McBride erklärte nach der Anhörung, die Brüder seien unschuldig und würden einer Überstellung nach Großbritannien widersprechen. Er bezeichnete die Festnahme und das Auslieferungsersuchen als politisch motiviert, legte dafür jedoch keine Belege vor. Die US-Justiz teilte nach Angaben von Nachrichtenagenturen mit, dass die Festnahme von der Leitung ihrer Strafabteilung genehmigt worden sei.

Die britische Crown Prosecution Service, die Staatsanwaltschaft für England und Wales, hat zusätzliche Anklagen gegen beide Brüder zugelassen. Gegen Andrew Tate laufen demnach insgesamt 42 Anklagepunkte, gegen Tristan Tate 17. Dabei geht es unter anderem um den Vorwurf der Vergewaltigung, körperlicher Gewalt, der Beteiligung an Ausbeutung zum Zweck sexueller Handlungen sowie um Delikte im Zusammenhang mit kinderpornografischen und extrem pornografischen Bildern.

Nach Angaben der britischen Staatsanwaltschaft beziehen sich die neuen Vorwürfe auf vier weitere mutmaßlich Geschädigte. Zusammen mit den bereits bekannten Verfahren betrifft der Komplex sieben mutmaßliche Opfer. Die mutmaßlichen Taten sollen sich zwischen Juli 2010 und August 2017 ereignet haben. Die Anklageentscheidungen sind keine gerichtlichen Schuldfeststellungen; über Schuld oder Unschuld kann ausschließlich ein Gericht entscheiden.

Das Auslieferungsverfahren in den USA ist vom eigentlichen Strafverfahren zu trennen. Zunächst muss ein US-Bundesrichter prüfen, ob das britische Ersuchen die Voraussetzungen des geltenden Auslieferungsabkommens und des US-Rechts erfüllt. Dazu werden unter anderem Haftbefehle und Ermittlungsunterlagen bewertet. Eine solche Prüfung entscheidet nicht darüber, ob die Beschuldigten die ihnen vorgeworfenen Taten begangen haben.

Sollte das Gericht die rechtlichen Voraussetzungen für eine Übergabe als erfüllt ansehen, können die Brüder Rechtsmittel einlegen. Nach Abschluss dieses gerichtlichen Verfahrens liegt die endgültige Entscheidung über eine Auslieferung beim US-Außenministerium. Der Prozess kann sich deshalb über längere Zeit erstrecken. Bis zu einer Entscheidung bleiben die gegen die Tate-Brüder erhobenen Vorwürfe rechtlich unbewiesen.

Die britische Staatsanwaltschaft erklärte, sie beantrage die Auslieferung sowohl wegen der ursprünglichen 21 Anklagepunkte als auch wegen der nun hinzugekommenen Vorwürfe. Die Tate-Brüder hatten sich bislang nicht öffentlich zu einzelnen Anklagepunkten vor Gericht geäußert. Im Mittelpunkt der nächsten Anhörung in Miami steht zunächst der Fortgang des amerikanischen Auslieferungsverfahrens.

Quellen

  • Crown Prosecution Service
  • Associated Press
  • Franceinfo

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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