Kultur

Teppich von Bayeux kommt erstmals nach London

Das British Museum zeigt den Teppich von Bayeux vom 10. September 2026 bis Juli 2027. Die historische Leihgabe ist Teil eines umfassenden Kulturaustauschs zwischen Frankreich und Großbritannien.

London – 02.09.2026: Der Teppich von Bayeux wird vom 10. September an im British Museum in London ausgestellt. Die rund 70 Meter lange mittelalterliche Stickerei verlässt Frankreich damit erstmals seit ihrer Entstehung im 11. Jahrhundert für eine Präsentation im Vereinigten Königreich. Die Ausstellung in der Sainsbury Exhibitions Gallery soll nach Angaben des Museums bis Juli 2027 dauern.

Die Leihgabe beruht auf einer französisch-britischen Vereinbarung, die Präsident Emmanuel Macron und Premierminister Keir Starmer im Juli 2025 während Macrons Staatsbesuchs in Großbritannien bekräftigten. Das Vorhaben verbindet Kulturpolitik mit dem Bemühen beider Regierungen, ihre Beziehungen nach den Spannungen der Brexit-Jahre durch konkrete Kooperationen zu festigen.

Der Teppich gehört dem französischen Staat und wird gewöhnlich im Museum von Bayeux in der Normandie verwahrt. In einer langen Folge gestickter Szenen erzählt er von der normannischen Eroberung Englands im Jahr 1066. Im Zentrum stehen Wilhelm, der damalige Herzog der Normandie, und der englische König Harald Godwinson. Das Werk gilt als herausragende Quelle zur politischen und gesellschaftlichen Geschichte des mittelalterlichen Europas, zugleich aber auch als außergewöhnliches Zeugnis textiler Kunst.

Die Londoner Ausstellung fällt in eine Phase, in der das Museum in Bayeux umgebaut und erweitert wird. Wegen des Alters und der Empfindlichkeit des Textils ist die Reise mit hohen konservatorischen Anforderungen verbunden. Die französisch-britische Verwaltungsvereinbarung nennt wissenschaftliche, technische, rechtliche und finanzielle Bedingungen, die für Transport und Präsentation erfüllt sein müssen. Der Schutz des fast tausend Jahre alten Werks hat dabei Vorrang.

Der Austausch umfasst auch Leihgaben in die Gegenrichtung. Das British Museum will Schätze aus Sutton Hoo, eine Auswahl der Lewis-Schachfiguren und weitere Werke nach Frankreich geben. Die Funde aus dem angelsächsischen Schiffsgrab von Sutton Hoo sollen in Museen in Rouen und Caen zu sehen sein. Auf diese Weise werden die normannische und die angelsächsische Vergangenheit beider Länder miteinander verknüpft.

Das Projekt gehört zum Programm des für 2027 geplanten Europäischen Normannen-Jahres. Dann jährt sich die Geburt Wilhelms des Eroberers zum tausendsten Mal. Frankreich und Großbritannien wollen diese historische Verbindung mit Ausstellungen, Bildungsangeboten und weiteren Kulturveranstaltungen sichtbar machen. Auch der Start der Tour de France im Vereinigten Königreich im Jahr 2027 soll dem bilateralen Austausch zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen.

Das British Museum erwartet großen Andrang und hat bereits Eintrittskarten für Termine von September bis Dezember 2026 angeboten. Für Großbritannien ist die Ausstellung die erste Gelegenheit seit nahezu einem Jahrtausend, den Teppich von Bayeux auf eigenem Boden zu sehen.

Quellen

  • Franceinfo
  • British Museum
  • Britisches Ministerium für Kultur, Medien und Sport
  • Élysée-Palast

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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