Politik & Gesellschaft

Tödliche Bootskollision bei Arcachon: Fischer muss vor Gericht

Mehr als ein Jahr nach dem Tod eines achtjährigen Segelschülers im Becken von Arcachon wird der beschuldigte Fischer wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht gestellt. Im Verfahren geht es um den Ablauf der Kollision vom…

La Teste-de-Buch – 13.08.2026: Mehr als ein Jahr nach einer tödlichen Bootskollision im Becken von Arcachon muss sich der beteiligte Fischer vor dem Strafgericht verantworten. Ihm wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Das berichtete Franceinfo am Donnerstag. Mit der Verweisung in die Hauptverhandlung endet die Ermittlungsphase; ein Termin für den Prozess wurde zunächst nicht bekannt.

Bei dem Unfall am 21. Mai 2025 war ein achtjähriger Segelschüler ums Leben gekommen. Der Junge nahm an einem Segelkurs teil und befand sich allein in einem Optimist, einer kleinen, vor allem in der Nachwuchsausbildung eingesetzten Jolle. Nahe dem Ufer von La Teste-de-Buch stieß das Boot mit dem Fischereifahrzeug des Beschuldigten zusammen. Rettungskräfte brachten das schwer verletzte Kind an Land, konnten sein Leben jedoch nicht retten.

Die maritime Präfektur des Atlantiks hatte am folgenden Tag mitgeteilt, dass sich die Kollision am Abend wenige Meter vor dem Ufer ereignet habe. Neben der Feuerwehr waren Rettungsdienste des Départements Gironde im Einsatz. Die Staatsanwaltschaft Bordeaux nahm Ermittlungen auf, um den genauen Kurs der beiden Boote, die Sichtverhältnisse, die Geschwindigkeit des Fischereifahrzeugs und die Verantwortlichkeiten der Beteiligten zu klären.

Nach den nun veröffentlichten Angaben wurde der Fischer nach dem Zusammenstoß positiv auf Cannabis und Kokain getestet. In einer früheren Mitteilung der Staatsanwaltschaft hieß es zudem, der Mann habe eingeräumt, innerhalb der sogenannten 300-Meter-Zone zu schnell gefahren zu sein. In diesem küstennahen Bereich, den auch Segelschulen und andere Wassersportler nutzen, gelten besondere Geschwindigkeits- und Vorsichtsregeln. Welche Bedeutung der Drogenbefund und die mutmaßliche Geschwindigkeitsüberschreitung für den Unfall hatten, muss das Gericht anhand der Ermittlungsakten und der Aussagen im Prozess beurteilen.

Die Verweisung an das Strafgericht nimmt das Urteil nicht vorweg. Sie besagt, dass nach Auffassung der Justiz genügend Anhaltspunkte für eine öffentliche Hauptverhandlung vorliegen. Dort wird zu klären sein, ob der Fischer gegen maritime Sicherheitsvorschriften oder allgemeine Sorgfaltspflichten verstieß und ob ein solches Fehlverhalten ursächlich für den Tod des Kindes war. Für den Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung die Unschuldsvermutung.

Der Unfall hatte die Segelgemeinschaft rund um das Becken von Arcachon tief getroffen. Der Optimist des Jungen gehörte zu einem begleiteten Segelkurs; gerade für Anfänger werden diese kleinen Jollen wegen ihrer einfachen Bauweise eingesetzt. Zu möglichen Entschädigungsforderungen, einer Beteiligung der Familie am Verfahren oder dem Termin der Hauptverhandlung lagen am Donnerstag keine verlässlichen Angaben vor.

Quellen

  • Franceinfo
  • Préfecture maritime de l'Atlantique

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).