Rennes – 08.08.2026: Trockenheit und hohe Temperaturen belasten die Bienenvölker im bretonischen Département Ille-et-Vilaine. Ein am 7. August veröffentlichter Bericht beschreibt, dass die Tiere immer schwerer Nektar und Pollen finden. Hält der Mangel an, schwinden die Futtervorräte in den Stöcken. Imker kontrollieren ihre Völker daher engmaschiger und bereiten sich auf eine schwierige zweite Sommerhälfte vor.
Die Belastung trifft die Region bei einem bereits angespannten Wasserhaushalt. Die Präfektur hatte das gesamte Département am 26. Juni wegen der raschen Verschlechterung der hydrologischen Lage in eine Dürrewarnstufe versetzt. Am 10. Juli wurden die Vorgaben in einzelnen Einzugsgebieten verschärft. Als Ursachen nannten die Behörden hohe Temperaturen und das Ausbleiben ergiebiger Niederschläge.
Für Honigbienen bedeutet die Trockenheit weit mehr als einen geringeren Honigertrag. Pflanzen bilden bei Wassermangel weniger oder gar keinen Nektar; zugleich schrumpft das Pollenangebot. Arbeiterinnen müssen weitere Strecken zurücklegen. Ein Teil der Tiere ist zudem damit beschäftigt, Wasser heranzuschaffen und durch Verdunstung die Temperatur im Stock zu regulieren. Entsprechend weniger Bienen können auf Nahrungssuche gehen.
Imker achten nun besonders auf die Vorräte, die Stärke der Völker und die Entwicklung der Brut. Reichen Honig und Pollen nicht aus, kann eine Zufütterung nötig werden. Sie soll verhindern, dass geschwächte Kolonien ihre Brutpflege einschränken. Bei knappen Reserven wächst außerdem das Risiko, dass Bienen fremde Stöcke plündern. Eine Zufütterung kann akute Not lindern, ersetzt jedoch kein ausreichendes Blütenangebot in der Landschaft.
Der außergewöhnlich trockene und heiße Saisonverlauf betrifft weite Teile Frankreichs. Météo-France meldete Ende Juli einen landesweit für die Jahreszeit extrem niedrigen Feuchtezustand der Böden. In der Bretagne fielen die Hitzewellen im Juni und Juli regional unterschiedlich aus. Die Verwaltung hatte jedoch schon vor dem Hochsommer eine erneute Austrocknung der Böden nach Wärme und Niederschlagsmangel festgestellt.
Die Folgen reichen über die Honigproduktion hinaus. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums halten mehr als 63.400 Imker in Frankreich rund 1,8 Millionen Produktionsvölker. Deren Bestäubungsleistung kommt landwirtschaftlichen Kulturen ebenso zugute wie Wildpflanzen. Ein dauerhaft geringeres Blütenangebot belastet damit sowohl Imkereibetriebe als auch regionale Ökosysteme.
Die Bretagne hat für 2026 bis 2031 einen Aktionsplan zum Schutz von Bestäubern beschlossen. Er sieht unter anderem mehr nektarreiche Hecken, eine geringere Belastung durch Pflanzenschutzmittel und Unterstützung für die Imkerei vor. Die akute Trockenheit in Ille-et-Vilaine verschärft nun ein Problem, auf das dieser Plan langfristig reagieren soll.
Quellen
- Franceinfo Bretagne, Bericht vom 07.08.2026
- Präfektur Ille-et-Vilaine, Dürrelage 2026
- Météo-France, Hitzewelle und Bodenfeuchte im Juli 2026
- Französisches Landwirtschaftsministerium, Bienengesundheit
- DREAL Bretagne, regionaler Aktionsplan für Bestäuber 2026-2031
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).