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Unwetter über der Île-de-France: Orkanartige Böen, Hagel und überflutete Straßen

Heftige Gewitter haben am Donnerstag, 27. August, die Île-de-France getroffen und in mehreren Départements erhebliche Schäden angerichtet. Am späten Nachmittag und in den Abendstunden entluden sich über der Hauptstadtregion teils außergewöhnlich kräftige Gewitterzellen. Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen verwandelten Straßen binnen Minuten in Wasserläufe, entwurzelten Bäume und brachten den Bahnverkehr durcheinander. Besonders eindrucksvoll waren die…

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Heftige Gewitter haben am Donnerstag, 27. August, die Île-de-France getroffen und in mehreren Départements erhebliche Schäden angerichtet. Am späten Nachmittag und in den Abendstunden entluden sich über der Hauptstadtregion teils außergewöhnlich kräftige Gewitterzellen. Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen verwandelten Straßen binnen Minuten in Wasserläufe, entwurzelten Bäume und brachten den Bahnverkehr durcheinander.

Besonders eindrucksvoll waren die gemessenen Windgeschwindigkeiten.

In Nangis im Département Seine-et-Marne erreichten die Böen nach Angaben von Météo-France bis zu 130 Kilometer pro Stunde. Das entspricht einer Windstärke, bei der selbst größere Äste abbrechen und Bäume umstürzen können. Auch in anderen Teilen der Île-de-France registrierten die Messstationen Böen zwischen 80 und 90 Kilometern pro Stunde.

Nicht minder bemerkenswert fiel die Intensität des Regens aus. In Neuilly-sur-Marne gingen innerhalb von lediglich sechs Minuten 15 Liter Wasser pro Quadratmeter nieder. Solche Niederschlagsmengen bringen die Kanalisation rasch an ihre Grenzen. Wo das Wasser nicht schnell genug abfließen konnte, entstanden innerhalb kürzester Zeit Überflutungen.

Besonders schwer traf das Unwetter das Département Val-de-Marne südöstlich von Paris. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt, Straßen standen unter Wasser. In Chevilly-Larue wurde eine Person durch einen umstürzenden Baum verletzt. Die Bilder nach dem Gewitter zeigten vielerorts das typische Durcheinander eines kurzen, aber heftigen Unwetters: Äste auf Fahrbahnen, Wasser auf den Straßen und Einsatzkräfte, die Schäden beseitigten.

Auch im Département Essonne hinterließ die Gewitterfront deutliche Spuren. Unter anderem aus Massy wurden überflutete Keller, abgerissene Äste sowie Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden gemeldet. Für manche Bewohner dürfte der Blick vor die Haustür am Abend ziemlich ernüchternd ausgefallen sein – das Gewitter war zwar rasch durchgezogen, seine Hinterlassenschaften blieben.

Spürbare Folgen gab es zudem für Reisende. Auf mehreren Strecken von RER und Transilien kam es zu erheblichen Behinderungen. Auch TGV- und Intercités-Verbindungen waren betroffen. Vor allem umgestürzte Bäume und Äste auf den Gleisen zwangen die Bahn dazu, den Verkehr einzuschränken oder zeitweise zu unterbrechen.

Meteorologisch entstand die brisante Lage durch das Aufeinandertreffen zweier sehr unterschiedlicher Luftmassen. Über der Region lag zunächst warme und feuchte Luft, während von Westen kühlere ozeanische Luft heranzog. Dieser starke Gegensatz lieferte reichlich Energie für kräftige Gewitter.

Dabei bildeten sich sogenannte Superzellen. Diese besonders organisierten Gewitterzellen besitzen einen rotierenden Aufwindbereich und zählen zu den gefährlichsten Gewitterformen in Mitteleuropa. Sie begünstigen großen Hagel, extreme Regenmengen und sogenannte Fallböen, bei denen kalte Luft mit hoher Geschwindigkeit aus der Gewitterwolke nach unten stürzt und sich am Boden ausbreitet.

In der Nacht verlagerte sich das Gewittersystem weiter in Richtung Osten Frankreichs. Hinter der Front setzt sich deutlich kühlere Luft durch. Nach der schwülen und turbulenten Wetterlage steht der Île-de-France damit ein spürbarer Temperaturwechsel bevor.

Der Donnerstagabend dürfte dennoch länger in Erinnerung bleiben: Der Himmel brauchte nur wenige Minuten, um zu zeigen, welche Wucht ein sommerliches Gewitter entwickeln kann.

Andreas M. Brucker

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