Atlanta – 07.08.2026: Neun Schulen in den US-Bundesstaaten Georgia, Florida und Colorado bereiten den Einsatz ferngesteuerter Drohnen für Amoklagen vor. Die Geräte sollen nach einem Alarm aus gesicherten Stationen starten, einen mutmaßlichen Schützen lokalisieren und stören sowie den eintreffenden Polizeikräften Bilddaten liefern. Der Anbieter Campus Guardian Angel gibt die Reaktionszeit mit etwa 15 Sekunden an.
In Georgia finanziert der Bundesstaat das Pilotprogramm mit 550.000 Dollar. Nach Angaben des Bildungsministeriums sollen fünf Schulbezirke die Technik im Herbstsemester 2026 erproben: Bulloch, Cherokee, Coffee, Gainesville und Troup. Drei Schulbezirke in Florida und eine Charter-Schule in Colorado planen ebenfalls Tests.
Die Drohnen werden in Boxen mit jeweils mehreren Geräten innerhalb der Schulgebäude gelagert. Lehrkräfte oder andere befugte Beschäftigte können den Einsatz über eine Anwendung oder einen Panikknopf auslösen. Die Fernsteuerung übernimmt nach Darstellung des Unternehmens ein externes Operationsteam. Kameras und Lautsprecher sollen sowohl der Lageaufklärung als auch direkten Anweisungen an den Angreifer, das Schulpersonal oder die Schüler dienen.
Zur Ausstattung gehören grelle Blitzlichter, Sirenen und Behälter mit Pfeffergel oder Reizstoffkugeln. Nach Angaben des Herstellers können die Fluggeräte einen Angreifer zudem durch einen gezielten Aufprall beeinträchtigen. Damit geht die Technik über bloße Beobachtung hinaus: Beschäftigte eines privaten Sicherheitsdienstleisters würden in einer akuten Gefahrenlage aus der Ferne physisch auf dem Schulgelände eingreifen, noch bevor die Polizei eintrifft.
Befürworter betrachten das System als zusätzliche Ebene der Gefahrenabwehr. In den ersten Minuten eines Angriffs könnten genaue Standortdaten und die Ablenkung des Täters den Einsatzkräften einen Zeitgewinn verschaffen. Die US-Behörde für Cybersicherheit und Infrastruktursicherheit empfiehlt Schulen, Alarmierung, Kommunikationswege, Zugangssicherung und abgestimmte Übungen mit Polizei und Rettungsdiensten in umfassende Sicherheitskonzepte einzubinden. Bewaffnete oder mit Reizstoff ausgerüstete Drohnen gehören bislang jedoch nicht zum etablierten Instrumentarium.
Offen sind auch rechtliche und praktische Fragen: Wer trägt die Verantwortung, wenn eine Drohne die falsche Person angreift? Wie lassen sich Schüler mit Atemwegserkrankungen vor Reizstoffen schützen? Und wie zuverlässig bleiben Funkverbindungen in verwinkelten Gebäuden? Hinzu kommt die Abhängigkeit von einer korrekt ausgelösten Alarmkette und einer schnellen Beurteilung der Lage durch das externe Team.
Bei einem tatsächlichen Angriff auf eine Schule wurden die angekündigten Systeme nach öffentlich bekannten Angaben noch nicht eingesetzt. Der Pilotversuch soll daher erst belegen, ob die versprochene Reaktionszeit unter realistischen Bedingungen erreichbar ist und ob Fernsteuerung, Aufprallmanöver und Reizstoffe den Schutz Unbeteiligter gewährleisten können.
Quellen
- Franceinfo
- Axios Atlanta
- Axios Fort Lauderdale
- Campus Guardian Angel
- US Cybersecurity and Infrastructure Security Agency
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).