Wirtschaft

Velvet erhält Betriebslizenz für Hochgeschwindigkeitszüge

Das private Bahnunternehmen Velvet hat eine zentrale Genehmigung für den französischen Markt erhalten. Vor dem geplanten Betriebsstart 2028 fehlen jedoch noch das Sicherheitszertifikat und Zugtrassen.

Paris – 01.09.2026: Das private Bahnunternehmen Velvet hat nach eigenen Angaben die Betriebslizenz für den Personenverkehr auf dem französischen Schienennetz erhalten. Die vom Verkehrsministerium erteilte Genehmigung ist eine zentrale rechtliche Voraussetzung für das geplante Angebot von Hochgeschwindigkeitszügen. Für einen regulären Fahrbetrieb reicht sie allerdings noch nicht aus.

Velvet will ab 2028 Verbindungen von Paris nach Bordeaux, Nantes, Angers und Rennes anbieten und damit auf wichtigen Strecken im Westen Frankreichs in Konkurrenz zur staatlichen Bahngruppe SNCF treten. Konkrete Fahrpläne, Ticketpreise und Zugzahlen hat das Unternehmen bislang nicht veröffentlicht. Auch verbindliche Termine für die Aufnahme der einzelnen Verbindungen liegen noch nicht vor.

Nach den Vorgaben des Verkehrsministeriums benötigen Unternehmen eine Betriebslizenz, wenn sie auf dem französischen Schienennetz Personen, Güter oder Fahrzeuge befördern wollen. Im Genehmigungsverfahren müssen sie unter anderem ihre fachliche und finanzielle Leistungsfähigkeit, die Zuverlässigkeit ihrer Leitung sowie eine ausreichende Absicherung möglicher Haftungsrisiken nachweisen. Die Lizenz bescheinigt damit die grundsätzliche Eignung als Eisenbahnunternehmen, erlaubt aber noch keine konkreten Zugfahrten.

Vor dem Markteintritt braucht Velvet zusätzlich ein einheitliches Sicherheitszertifikat. Je nach Umfang und geografischem Zuschnitt des geplanten Betriebs wird es von der Eisenbahnagentur der Europäischen Union oder der zuständigen französischen Sicherheitsbehörde erteilt. Geprüft werden dabei die betrieblichen Verfahren und das Sicherheitsmanagement. Hinzu kommen Trassen, die beim Betreiber des Schienennetzes beantragt werden müssen. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann Velvet Fahrgäste befördern.

Das Unternehmen bezeichnet sich als unabhängigen französischen Anbieter von Hochgeschwindigkeitsverkehr. Für die geplanten Strecken setzt es auf doppelstöckige Züge des Typs Avelia Horizon von Alstom. Die Fahrzeuge sollen nach Angaben von Velvet in Frankreich gefertigt werden; erste Erprobungen auf französischen Gleisen sind für 2026 vorgesehen. Ob Tests, Zulassungen und betriebliche Vorbereitungen rechtzeitig für den angekündigten Start 2028 abgeschlossen werden, lässt sich derzeit nicht beurteilen.

Die Lizenz fällt in eine Phase, in der sich der französische Fernverkehr schrittweise für weitere Anbieter öffnet. Für Reisende könnte zusätzliche Konkurrenz langfristig eine größere Auswahl bei Abfahrtszeiten und Tarifen schaffen. Ob dies tatsächlich gelingt, hängt auch von verfügbaren Trassen und Kapazitäten auf dem stark genutzten Netz ab. Das Verkehrsministerium erwartet bis 2033 ein deutlich höheres Zugaufkommen, zu dem neue Anbieter beitragen sollen. Velvet hat nun die unternehmerische Zulassung erhalten; Sicherheitszertifikat, Trassen und der praktische Nachweis der Betriebsfähigkeit stehen noch aus.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Verkehrsministerium
  • Velvet
  • Französische Eisenbahnsicherheitsbehörde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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