Caracas – 03.08.2026: Sechs Wochen nach dem verheerenden Doppelbeben im Norden Venezuelas haben die Behörden die Zahl der Todesopfer auf 6.125 erhöht. Parlamentspräsident Jorge Rodríguez erklärte, gegenüber der vorherigen offiziellen Bilanz seien 579 weitere Todesfälle erfasst worden. Seit der Katastrophe seien 60.992 Menschen medizinisch behandelt worden. Eine aktualisierte Angabe zur Zahl der Vermissten veröffentlichte die Regierung nicht.
Die beiden Erdstöße der Magnituden 7,2 und 7,5 hatten die Region am Abend des 24. Juni im Abstand von 39 Sekunden erschüttert. Nach Angaben des US Geological Survey lagen die Epizentren westlich von Caracas. Besonders schwer traf es den Küstenstaat La Guaira, dessen Städte und Verkehrswege eng mit der Hauptstadtregion verbunden sind. Auch aus Caracas und weiteren Bundesstaaten im Norden des Landes wurden schwere Schäden gemeldet.
Dass die Opferzahl weiter steigt, liegt vor allem an der fortgesetzten Räumung eingestürzter Gebäude und der Identifizierung geborgener Toter. Ende Juli hatten die Behörden 190 vollständig zerstörte sowie insgesamt 856 beschädigte Gebäude registriert. Hinzu kamen rund 1.500 Nachbeben. Sie erhöhen das Risiko bei Arbeiten an instabilen Ruinen und verhindern in manchen Vierteln weiterhin die Rückkehr der Bewohner.
Zehntausende Menschen haben ihre Unterkunft verloren. Viele leben noch immer in Lagern und provisorischen Behausungen in La Guaira und Caracas. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen teilte Ende Juli mit, bislang mehr als 100.000 Betroffene versorgt zu haben. Bei ausreichender Finanzierung solle die Hilfe innerhalb von zwei Monaten auf eine halbe Million Menschen ausgeweitet werden. Benötigt werden neben Lebensmitteln auch sichere Unterkünfte, sauberes Wasser und eine verlässliche medizinische Versorgung.
Die Katastrophe trifft ein Land, dessen öffentliche Infrastruktur und Gesundheitswesen bereits zuvor unter erheblichem Druck standen. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen bezifferte die unmittelbaren wirtschaftlichen Verluste Ende Juni in einer ersten satellitengestützten Schätzung auf 6,7 Milliarden Dollar. Erfasst wurden Schäden an Wohnungen, Gewerbebetrieben und weiteren Sachwerten. Mit fortschreitender Bestandsaufnahme kann sich diese Summe noch ändern.
Politisch heikel ist vor allem das Fehlen einer belastbaren Vermisstenbilanz. Unabhängige Plattformen hatten nach den Beben Zehntausende Menschen als nicht erreichbar registriert. Solche Meldungen lassen jedoch keine gesicherte Aussage über die Zahl der Vermissten zu, da Mehrfacheinträge und später wiederhergestellte Kontakte enthalten sein können. Die amtliche Bilanz zählt geborgene und identifizierte Tote. Mit inzwischen 6.125 bestätigten Opfern zählt das Doppelbeben zu den schwersten Naturkatastrophen in der jüngeren Geschichte Venezuelas.
Quellen
- Franceinfo
- US Geological Survey
- EFE
- Welternährungsprogramm
- Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen
- HuffPost Spanien
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).