Paris – 01.08.2026: Seit dem 29. Juli laufen in Frankreich vier Filme, die unterschiedlicher kaum sein könnten: ein neuer Spider-Man, ein französischer Sommerfilm, ein koreanisches Familiendrama und eine deutsche Erzählung vom Erwachsenwerden. Zwischen Großstadtmaske und Provinzstillstand, Familienarchiv und Popkultur eröffnet das Wochenprogramm entsprechend verschiedene Fluchtwege.
Spider-Man: Brand New Day bringt Tom Holland als Peter Parker zurück. Nach den Ereignissen von Spider-Man: No Way Home lebt die Figur laut Marvel allein in New York; die Bewohner der Stadt erinnern sich nicht mehr an ihn. Regie führt Destin Daniel Cretton. Der Film greift damit einen vertrauten Konflikt des Stoffes auf: Ein Held rettet die Stadt, während sein Privatleben in Scherben liegt. Der internationale Kinostart begann Ende Juli, in den USA und Japan am 31. Juli.
Zarter ist Les Matins merveilleux von Avril Besson angelegt. Bei der Beerdigung ihrer Großmutter erfährt Charlie, dass auch für sie bereits ein Platz im Familiengrab vorgesehen ist. Diesem grotesk konkreten Hinweis auf die eigene Endlichkeit entzieht sie sich, indem sie eine geerbte Kiste mit Disco-Schallplatten in einen südfranzösischen Küstenort bringt. Zwischen leerer Ferienkulisse, verlorenen Lieben und einer Pizzeria begegnet sie Marina. Zur Besetzung gehören India Hair, Raya Martigny und Eric Cantona.
Schroffer fällt The Ugly aus. Yeon Sang-ho, bekannt durch Train to Busan, erzählt von Im Dong-hwan, der vom Fund der sterblichen Überreste seiner seit vierzig Jahren verschwundenen Mutter erfährt. Die Suche führt ihn in eine Familiengeschichte, in der körperliche Zuschreibungen und soziale Grausamkeit zu einem düsteren Rätsel verschmelzen. Park Jung-min spielt neben Kwon Hae-hyo, Shin Hyun-been und Im Sung-jae.
Mit Home Stories legt Eva Trobisch ein Familienporträt vor, dessen Originaltitel Etwas ganz Besonderes bereits feine Ironie erkennen lässt. Die 16-jährige Lea lebt nach der Trennung ihrer Eltern zwischen Bruder, Freundin und einer bewunderten Tante. Ihre Großeltern führen ein traditionsreiches Hotel in den Wäldern der ehemaligen DDR, dem die Insolvenz droht. Lea singt und bereitet sich auf eine Castingshow vor; das Versprechen des Aufbruchs erhält dadurch eine zerbrechliche Melodie.
Trobisch beobachtet familiäre Verschiebungen ohne demonstrative Härte. Die Landschaft dient dabei als Speicher für Erwartungen, die Kindern oft leiser auferlegt werden als Erwachsenen. Home Stories war vor dem französischen Kinostart im Programm der Berlinale 2026 vertreten. Zusammen ergeben die vier Premieren keine Rangfolge, sondern ein breites Spektrum: vom technisch aufwendigen Popereignis bis zur genauen Erkundung familiärer Prägungen.
Quellen
- Franceinfo, Kinostarts der Woche
- Marvel, offizielle Filmseite
- Sony Group, CinemaCon 2026
- Cinefil, Les Matins merveilleux
- L'Officiel des spectacles, The Ugly
- AlloCiné, Home Stories
- European Film Promotion, Berlinale 2026
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).