Lacanau – 28.07.2026: Wegen der Gefahr eines erneuten Aufflammens des großen Waldbrands in der Gironde sind am Dienstag rund 4.000 Menschen aus Campingplätzen, Feriendörfern und Freizeitparks in Lacanau vorsorglich evakuiert worden. Betroffen sind vor allem Urlauber in der Küstengemeinde. Die Behörden riefen dazu auf, unnötige Fahrten zu vermeiden, damit Zufahrten und Rettungswege für die Einsatzkräfte frei bleiben.
Das Feuer, das seit dem 22. Juli im Norden des Bassin d'Arcachon wütet, war nach einer ruhigen Nacht weiterhin stabilisiert. Gelöscht ist es damit nicht. In der verbrannten Vegetation können Glutnester fortbestehen und bei auffrischendem Wind erneut Flammen entfachen. Nach Angaben im Ticker lag der Brand am Dienstag etwa drei Kilometer vom Badeort Lacanau entfernt. Die Feuerwehr versucht deshalb, die Brandränder zu sichern und Schutzlinien gegen eine weitere Ausbreitung anzulegen.
Auslöser der Evakuierung war die erwartete Verschärfung der Wetterlage am Dienstagnachmittag. Météo-France rechnete in weiten Teilen Südwestfrankreichs mit Höchsttemperaturen von 36 bis 37 Grad. Hitze, ausgetrocknete Böden und Wind schaffen Bedingungen, unter denen sich Vegetationsbrände rasch ausbreiten oder an vermeintlich gesicherten Stellen wieder entzünden können. Für die Einsatzkräfte galt der Dienstag daher als kritischer Übergang nach einer vergleichsweise ruhigen Nacht.
Die seit Tagen andauernden Löscharbeiten bleiben ein Großeinsatz. Nach Angaben des Départements Gironde waren auf dem Höhepunkt der Krise bis zu 3.000 Feuerwehrleute beteiligt. Polizei und Gendarmerie sichern geräumte Gebiete, regeln den Verkehr und unterstützen die Evakuierungen. So sollen die Bevölkerung geschützt und Behinderungen von Lösch- und Rettungsfahrzeugen verhindert werden.
Der Staat hat zudem die Brandbekämpfung aus der Luft verstärkt. Ein militärisches Transportflugzeug vom Typ A400M, das versuchsweise mit einem System zum Abwurf von Löschmittel ausgerüstet wurde, kam nach Angaben des Innenministeriums bereits in der Gironde zum Einsatz. Ergänzt wird die Luftflotte durch Löschhubschrauber und weitere staatliche sowie zivile Maschinen.
Der Brand gehört zu einer Serie schwerer Vegetationsbrände in Frankreich im Juli 2026. Das Innenministerium meldete am 24. Juli landesweit mehr als 116.000 Hektar verbrannte Fläche seit Jahresbeginn. In der Gironde hatten die Flammen bereits mehrere vorbeugende Räumungen ausgelöst, darunter auf der Halbinsel Cap Ferret und in Gemeinden nahe dem Bassin d'Arcachon.
Für Lacanau fällt die Evakuierung in die touristische Hochsaison. Die Präfektur hielt die betroffenen Ferienanlagen zunächst geschlossen. Über eine Rückkehr kann erst entschieden werden, wenn Wind, Temperatur und die Lage an den gesicherten Brandrändern dies zulassen.
Quellen
- Präfektur und Département Gironde
- Französisches Innenministerium
- Sécurité civile
- Météo-France
- Le Monde
- AFP via Boursorama
- Franceinfo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).