Wirtschaft

Waldbrand in der Gironde beeinträchtigt rund 15.000 Unternehmen

Die Evakuierungen und Sperrzonen wegen des Waldbrands in der Gironde treffen nach Angaben der Handelskammer Bordeaux Gironde rund 15.000 Unternehmen. Geschlossene Standorte, fehlende Beschäftigte und unterbrochene Verkehrswege belasten vor allem kleinere Betriebe in der…

Mérignac – 26.07.2026: Der große Waldbrand in der Gironde hat neben der Bevölkerung auch weite Teile der regionalen Wirtschaft erfasst. Rund 15.000 Unternehmen in den evakuierten oder gesperrten Gebieten können nach Angaben der Handelskammer Bordeaux Gironde nicht mehr normal arbeiten. Deren Präsident Patrick Seguin beschrieb die Lage am Sonntag als beispiellos seit der Corona-Pandemie.

Seit dem 22. Juli brennt es nördlich des Bassin d'Arcachon. Bis Sonntag hatte sich das Feuer in Richtung der Metropole Bordeaux ausgedehnt. Die Behörden ordneten vorsorglich großflächige Evakuierungen an. Davon betroffen waren auch Gewerbegebiete, Hotels, Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe. Gesperrte Zufahrten und Sicherheitszonen machten den regulären Betrieb vielerorts unmöglich.

Die Handelskammer richtete bereits am 24. Juli gemeinsam mit weiteren Kammern eine Krisenstelle ein. Sie unterstützt Unternehmen bei ersten Anträgen und beim Kontakt mit staatlichen Stellen. Nach Angaben der Kammer können Betriebe bei behördlich angeordneten Zugangsbeschränkungen unter bestimmten Voraussetzungen Kurzarbeit wegen eines außergewöhnlichen Ereignisses beantragen. Das kann Unternehmen helfen, ihre Personalkosten während der erzwungenen Unterbrechung zu begrenzen.

Hinzu kommen mögliche steuerliche und soziale Entlastungen. Genannt werden Hilfen für Betriebe mit Liquiditätsproblemen sowie Sonderregelungen der Sozialversicherung Urssaf für Arbeitgeber und Selbstständige. Diese Instrumente ersetzen keine entgangenen Einnahmen. Sie sollen jedoch verhindern, dass vorübergehend geschlossene Unternehmen unmittelbar in Zahlungsschwierigkeiten geraten oder Beschäftigte entlassen müssen.

Wie nah die Folgen an den Alltag der Region reichen, zeigte sich am Flughafen Bordeaux-Mérignac. Der Flugbetrieb wurde am Sonntag fortgesetzt, doch die Hotelzone rund um den Flughafen musste auf Anordnung der Präfektur evakuiert werden. Die Hotels schlossen; Reisende waren auf Unterkünfte außerhalb des Sperrgebiets angewiesen. Auch die Straßenbahn fuhr weiterhin, bediente auf einem Abschnitt zum Flughafen jedoch mehrere Haltestellen nicht.

Für kleine Unternehmen sind Dauer und Ausmaß der Belastungen besonders schwer zu kalkulieren. In der touristischen Hauptsaison treffen Einnahmeausfälle, abgesagte Termine und gestörte Lieferketten auf Personalengpässe. Beschäftigte können selbst von Evakuierungen betroffen sein oder ihre Arbeitsstätte wegen der Absperrungen nicht erreichen. Zugleich laufen feste Kosten etwa für Mieten, Fahrzeuge oder Kredite weiter.

Die Handelskammer sammelt die Meldungen der betroffenen Betriebe und leitet sie an die zuständigen öffentlichen Stellen weiter. Eine belastbare Schadensbilanz ist noch nicht möglich. Sie kann erst erstellt werden, wenn die Sperrzonen aufgehoben sind und Unternehmen ihre Standorte wieder betreten, mögliche Schäden aufnehmen und Umsatzverluste sowie Versicherungsansprüche beziffern können.

Quellen

  • franceinfo
  • CCI Bordeaux Gironde
  • Bordeaux Aéroport
  • Gendarmerie nationale

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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