Bordeaux – 26.07.2026: Rauch liegt über den Kiefernwäldern, Hotels sind geräumt, auf den Ausweichrouten bilden sich lange Kolonnen: Die schweren Waldbrände im Südwesten Frankreichs bestimmen weiterhin die Lage rund um Bordeaux und das Becken von Arcachon. Bilder von Franceinfo dokumentieren das Ausmaß der Zerstörung. Nach Angaben des Innenministeriums wurden in der Gironde bislang 220.000 Menschen vorsorglich evakuiert.
Der größte Brandherd in der Gironde war am Mittwoch, dem 22. Juli, nahe Saumos nördlich des Bassin d'Arcachon ausgebrochen. Wind und Trockenheit begünstigten die rasche Ausbreitung. Das Innenministerium bezeichnete das Feuer am 24. Juli als den größten Waldbrand der laufenden Saison. Da sich Windrichtung und Brandverlauf kurzfristig ändern können, bewerten die Einsatzleitungen fortlaufend, welche Ortschaften gefährdet sind und wo weitere Räumungen erforderlich werden.
Die Evakuierungen sollen Bewohner, Feriengäste und Einsatzkräfte schützen. Die Gendarmerie lenkt nach eigenen Angaben den Verkehr, sichert geräumte Gebiete und hält die Zufahrten für Feuerwehr und Rettungsdienste frei. Bereits am 23. Juli waren in der Gironde 330 Gendarmen eingesetzt. Mobile Einheiten, Drohnen, Quads und eine nautische Einheit unterstützten die Arbeiten. Gerade in der stark besuchten Ferienregion müssen die Behörden zugleich verhindern, dass Abreisende Rettungswege blockieren oder in bereits gesperrte Gebiete zurückkehren.
Die Folgen reichen bis zum Flughafen Bordeaux-Mérignac. Der Flugbetrieb werde am 26. Juli fortgesetzt, kommerzielle Verbindungen sollten grundsätzlich stattfinden, teilte der Flughafen mit. Mehrere Hotels in der Umgebung wurden jedoch auf Anordnung der Präfektur geräumt. Die Straßenbahn verkehrt weiterhin, bedient zwischen Mérignac Soleil und dem Flughafen aber keine Haltestellen. Nachts bleiben die Terminals geschlossen; gestrandete Reisende können dort nicht untergebracht werden. Passagiere müssen deshalb vor der Anreise sowohl ihren Flugstatus als auch die örtlichen Verkehrsverbindungen prüfen.
Südlich des Bassin d'Arcachon bekämpfen Einsatzkräfte zugleich einen Brand bei Biscarrosse im Département Landes. Das Innenministerium bezifferte die Zahl der dort vorsorglich Evakuierten am 24. Juli auf 30.000. Die Präfektur hatte zuvor unter anderem die Räumung von Parentis-en-Born angeordnet und Aufnahmeorte in benachbarten Gemeinden benannt. Für die Betroffenen bedeutet die Evakuierung eine Abreise ohne sicheren Zeitpunkt für die Rückkehr; die Freigabe hängt von der Entwicklung des Feuers und der Sicherheit der Zufahrtsstraßen ab.
Frankreich hat den europäischen Katastrophenschutzmechanismus aktiviert, um zusätzliche Unterstützung anzufordern. Dadurch können Löschflugzeuge und Einsatzkräfte anderer EU-Staaten die nationalen Luft- und Bodeneinheiten verstärken. Am 25. Juli schaltete das Innenministerium zudem die nationale Informationsstelle InfoPublic frei. Sie erteilt Auskünfte zur aktuellen Krisenlage und unterstützt Betroffene sowie Menschen, die Informationen über Angehörige suchen.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Innenministerium
- Nationale Gendarmerie
- Flughafen Bordeaux-Mérignac
- Präfektur der Landes
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).