Frankreich – 28.07.2026: Angesichts der schweren Waldbrände hat die französische Nationalpolizei ihre Beschäftigten zu freiwilligen Einsätzen in den betroffenen Regionen aufgerufen. Nach Angaben von Franceinfo sollen die Missionen höchstens zwei Wochen dauern. Die Beamtinnen und Beamten werden nicht zur Brandbekämpfung eingesetzt, sondern übernehmen Aufgaben, die Feuerwehr und Rettungskräfte entlasten: Sie sichern Straßen, begleiten Evakuierungen, gewährleisten die öffentliche Ordnung und schützen geräumte Gemeinden.
Der Aufruf erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem vor allem die Départements Gironde und Landes von außergewöhnlich großen Feuern betroffen sind. Das Innenministerium teilte am 27. Juli mit, seit Jahresbeginn seien in Frankreich 116.085 Hektar verbrannt. In der Gironde habe der bislang größte Brand der Saison Evakuierungen von 220.000 Menschen ausgelöst. Im Département Landes waren nach Angaben des Ministeriums 30.000 Menschen von vorsorglichen Räumungen betroffen.
Für die Einwohner beginnt mit einer Evakuierungsanordnung eine oft ungewisse Wartezeit. Sie müssen ihre Häuser verlassen, vorgegebene Routen nutzen und wissen zunächst nicht, wann sie zurückkehren können. Zusätzliche Polizeikräfte sollen deshalb an Straßensperren, auf Fluchtwegen und in verlassenen Wohngebieten eingesetzt werden. Dort sollen sie verhindern, dass Schaulustige die Einsatzwege blockieren oder leer stehende Häuser und Geschäfte zum Ziel von Einbrüchen werden.
Die Gendarmerie hatte in der Gironde zuletzt 440 Kräfte mobilisiert, darunter vier mobile Einheiten. Sie unterstützten Evakuierungen und sicherten die Brandzonen. Nach offiziellen Angaben kamen zudem Drohnen, ein Hubschrauber und nautische Einheiten zum Einsatz. Wegen eines Feuers bei Biscarrosse ordnete die Präfektur im Département Landes die vorsorgliche Evakuierung von Parentis-en-Born mit rund 8.000 Einwohnern an.
Die freiwilligen Missionen sollen die eingesetzten Verbände durch eine begrenzte Rotation entlasten. Zugleich müssen die Heimatdienststellen arbeitsfähig bleiben. Bei großflächigen Bränden ist diese Personalplanung besonders schwierig, weil sich Gefahrenzonen durch Wind und Rauch schnell verschieben und kurzfristig weitere Räumungen notwendig werden können.
Neben Polizei, Gendarmerie, Feuerwehr und Zivilschutz sind auch das Militär und europäische Partner beteiligt. Das französische Verteidigungsministerium erklärte am 27. Juli, die deutsche Unterstützung umfasse zwei Transporthubschrauber vom Typ CH-53 für Einsätze in der Gironde. Über den europäischen Katastrophenschutzmechanismus sollten am 28. Juli weitere neun Flugzeuge und zwei Hubschrauber bereitgestellt werden. Die Polizeifreiwilligen ergänzen diese Kräfte am Boden, indem sie Zufahrten freihalten und die Rückkehr in evakuierte Orte kontrollieren.
Quellen
- Franceinfo
- Ministère de l'Intérieur
- Gendarmerie nationale
- Préfecture des Landes
- Ministère des Armées
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).